Über Nacht auf Befehl eines mächtigen Kaisers entstanden, trug es auf seinem glatten Bretterbelag einen aus kostbaren Stoffen und Teppichen hergerichteten Pavillon, bestimmt, die beiden größten Herrscher und Gebieter der gewaltigsten Kriegshaufen der Erde zu friedlicher Zwiesprache zu vereinen.

Der Zar aller Reußen, bei Friedland blutig aufs Haupt geschlagen, hatte Napoleon um Waffenstillstand gebeten und zugleich den Wunsch geäußert, den „größten Mann des Jahrhunderts“ persönlich zu sprechen.

Napoleon willigte ein, legte die Zusammenkunft auf den nächsten Tag – den fünfundzwanzigsten Juni – und gab seinem Artilleriegeneral Lariboissière den Befehl, für einen möglichst pomphaften Rahmen zu sorgen.

Mitten im Fluß, wo die Demarkationslinie verlief, wollte der Sieger den Besiegten empfangen.

So kam es, daß gegen Mittag an den Ufern des Memelflusses die beiden feindlichen Armeen Aufstellung nahmen.

Was an Bevölkerung da war, wurde gleichfalls zusammengetrommelt, um mit dem bevorstehenden, glanzvollen Schauspiel beglückt zu werden.

Alles war also vereinigt, was zu einer gelungenen Vorstellung gehört: ein geräumiger, leicht zu überblickender Schauplatz, prunkhafte Dekorationen, ein dankbares Publikum und eine stimmengewaltige, gut gedrillte Claque.

Die Hauptdarsteller ließen noch auf sich warten.

Der Schuß, der vorhin flußaufwärts gefallen war und der dem Mäusebussard das Leben gekostet hatte, hatte nicht viel Aufregung verursacht.

Man hatte das Opfer gesehen und den Täter als einen der Baumeister des Flosses festgestellt, dem kein Attentatsgelüst auf einen hohen Herrn zuzutrauen war.