„Ich will ihn nicht sehen, wenn er nach mir fragen sollte!“ rief Blücher lebhaft. „Der arme Mann tut mir leid. Ich möchte ihn nicht beschämen. Ich will ihm nicht in seiner jetzigen traurigen Verfassung begegnen, nachdem ich in seinem Glanze mit ihm verkehrt habe. Aber du sollst in jeder Weise gut für ihn sorgen. Es soll von uns nicht gesagt werden können, daß wir mit einem Unglücklichen kein Mitleid hätten!“
Der Adjutant ging.
Blücher paffte eine Weile vor sich hin.
„Ja, ja, der Graf von Gottorp!“ sagte er sinnend. „Vor nicht langer Zeit hieß er König Gustav Adolf von Schweden. Und plötzlich, eines Tages kam er ohne Krone und mit einem Diener als einzigsten Untertan hier durch auf der Reise zu seinen lieben Verwandten in Rußland. Jetzt ist er schon wieder zurück. Sein Schwager Alexander hat ihn wohl nicht über die Grenze gelassen! Ein tolles Schicksal!“
Er paffte weiter und spuckte energisch aus.
„Es gibt eben Monarchen und Monarchen!“ sagte er. „Ob aber die mit dem gesunden Verstand oder die ganz verrückten die schlimmsten sind, möchte ich ungesagt sein lassen.
Ich habe beide Sorten ausprobiert.
Besonders die verrückten, damals, als ich mit eben diesem gewesenen Schwedenkönig den glorreichen Feldzug hier in Pommern anfing, aus dem aber auch nichts wurde, weil die Sicherheitskommissare in unserer Regierung es so eilig hatten, uns den faulen Tilsiter Frieden zu bescheren. Gott verdamm’ sie!“
Er spuckte aus.
„Ein eigenwilliger Kerl, jener Schwedenkönig!“ sagte er dann. „Ein Querkopf erster Güte! Zum Küssen bockbeinig, ganz nach meinem Sinn! Immer mit dem Kopf durch die Wand – und so muß es sein! Man muß nur wissen, wann und wo und vor allem wozu. Und das wußte er nicht! Eben sein Pech! Das hat ihm seine Krone gekostet!