Er stand schon auf der Lauer, eine frische Pfeife im Munde, und qualmte und schmunzelte gehorsamst übers ganze Gesicht bei den saftigen Worten Blüchers, und wartete auf das Signal.

Sobald das Kommando fiel, nahm er sofort mit Wucht die Hacken zusammen, reckte sich, daß die Knochen krachten, riß die Pfeife aus dem Gehege seiner Zähne, und dann, mit Paradetritt vorwärts marschiert, Blücher die Pfeife mitten ins Gesicht gesteckt und ihm so das Maul gestopft!

Dann nahm er die Akten Schill unter den Arm und trug sie behutsam zur Tür hinaus. Bloß die Brieftasche Schills mit den Versen nicht! Die behielt der General und Richter als einziges belastendes Corpus delicti zurück.

*

Die Frau Generalin von Blücher ordnete in aller Eile den Kaffeetisch in ihrer Wohnung zu Stargard.

Ihr Herr und Gebieter hatte ihr eine Stafette mit der Nachricht geschickt, er käme nachmittags zurück von Berlin und bäte sich zum Empfang eine Tasse warmen Kaffee und Streuselkuchen aus. Es galt also rasch fertig zu sein. Denn Blücher pflegte schnell zu reisen und konnte jeden Augenblick ankommen.

„Es war eine schlimme Zeit“, sagte die Generalin zu ihrer Freundin Frau von Bonin auf Schönwerder, die gerade in Stargard war und den Nachmittag über blieb, um Blücher zu bewillkommen. „Es war nicht leicht, und ich werde recht froh sein, wenn es jetzt ein Ende hat. Aber ich traue dem Frieden nicht. Mit ihm war’s immer so. Kaum daß man denken konnte: Gott sei Dank, nun hat die Schererei ein Ende –, da ging sie erst recht los. Es wird jetzt nicht anders sein. Erzwungene Ruhe ist für ihn Gift. – Und wenn’s jetzt wieder mit seiner Krankheit losgehen sollte, da befürchte ich das Schlimmste! Das letzte war für ihn ein schwerer Schlag!“

Sie rückte noch die Kaffeetassen zurecht, schnitt Kuchen auf und ordnete an den Blumen.

„Es war lieb von dir, ihm Blumen zum Empfang zu bringen“, sagte sie und nickte ihrer Freundin zu. „Er hat die Blumen gern.“

„Du weißt, wie sehr wir alle ihn schätzen und lieben“, antwortete diese. „Seit ihr wieder in Stargard haust, leben wir ordentlich auf. Und jetzt, wo er nicht mehr die Plage des Dienstes hat, jetzt wollen wir alle helfen, ihm das Leben so heiter und gemütlich wie nur möglich zu gestalten, damit er seinen Ruhestand recht genießt. Er darf es sich wahrlich gönnen. – Wie hat er seinen Abschied vom Dienst aufgenommen?“