Für heute ließ er sich’s aber beim Feldmarschall Blücher in Brienne gut schmecken, und wurde dabei von keinen lose herumstrolchenden Kugeln aus kaiserlichen Flinten und Kanonen mehr gestört.

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„Heute war man im Hauptquartier knieschwach mit Bescheid“, sagte Yorck halblaut, als er durch den Abend von Laon nach seinem Quartier in Chambry ritt. „Dem Feldmarschall schien es heute nicht sosehr wie sonst daran gelegen zu sein, das Tanzbein zu schwingen!“

Er schlug die Schneeflocken vom Rockärmel, hielt sein Pferd an und blickte über die Gegend hinaus.

Der kurze Märztag neigte sich seinem Ende zu. Durch das dünne Schneegestöber sah man noch, wie durch einen Schleier, die kleine Stadt Laon auf ihrem Felsen aus der Ebene ragen, auf dem Rand des höchsten Plateaus eine Reihe von Windmühlen, die sich scharf gegen den Himmel abzeichneten.

Tausende von Lichtern glitzerten überall. Den Fuß des Felsens säumten die Biwakfeuer von Bülows Preußen. Rechts und links davon, durch die Vorstädte, bis weit über die Ebene hinaus, zeigten Feuer an Feuer die weitere Aufstellung von Blüchers Armee an.

Hinter den Sümpfen, der Stadt gegenüber, auf der Senkung des dort verlaufenden niedrigen Plateaus, rückten die Franzosen heran.

Nach dem unentschiedenen Gefecht bei Craonne, am vorhergehenden Tage, war Napoleon selbst mit seinen Garden den weichenden Truppen Wintzingerodes auf der Straße von Soissons hierher gefolgt und hatte sie aus dem Paß bei Etouvelles über den Ardonbach zurückgeworfen.

Östlich von ihm, auf der Straße von Reims, rückte Marmont auf das gleiche Ziel zu.

Blücher hatte hinter dem Felsen von Laon die beiden russischen Korps Sacken und Langeron als Reserve aufgestellt, [pg 366]um je nach der Kampflage rechts oder links hinter der Stadt vorzubrechen.