Der Einzug war schon seit mehreren Stunden vorüber. Vorher, schon in aller Frühe, hatte der Maire irgendeines Pariser Arrondissements nebst einer Bürgerdeputation bei Blücher vorgesprochen, um ihm ihre ehrerbietigsten Grüße zu Füßen zu legen und ihn zu bitten, die Bürgerhäuser von Einquartierung zu befreien.

Das fand Blücher empörend.

Seinen braven Schlesiern zuzumuten, auf den Straßen zu kampieren, mit Tausenden von reich ausgestatteten Häusern vor Augen! Das ginge doch zu weit.

„Rühle!“ rief er seinen Adlatus herbei. „Er kann ja mit denen parlieren! Sage Er ihnen von mir: der Tyrann hat alle Hauptstädte besucht, geplündert und gestohlen. Wir wollen uns so was nicht zuschulden kommen lassen. Aber unsere Ehre fordert das Vergeltungsrecht, ihm in seinem Neste den Besuch zu erwidern, und da wäre es wohl doch nicht zuviel, wenn wir allesamt mit Speise und Trank ordentlich bewirtet und gut einquartiert werden. Wir lassen unsere Gäste nicht auf der Straße schlafen! Da sollen sie nur die französischen Soldaten fragen, wie sie’s bei uns gehabt haben! Sage Er’s! Nein! Warte! Er ist ein Filou! Ich sag’s ihnen selbst!“

Er stellte sich dann breitbeinig vor der Bürgerdeputation auf, bohrte seine Blicke in sie und fing mit weithin schallender Stimme an: „Messieurs!“ Und dann war er mit seinem Französisch zu Ende.

„So,“ rief er dem Major Rühle zu, nun sage Er ihnen den Rest! Aber ohne Firlefanzen!“

Und er guckte dem Major höllisch auf die Lippen, als der seinen Auftrag erledigte, und begleitete jeden Satz, den dieser sprach, mit so drohenden Blicken auf die braven Pariser Bürger, daß sie darob eigentlich hätten in die Erde sinken müssen, was sie aber lieber unterließen.

Am meisten regte sich Blücher an dem Tage über die Monarchen auf.

Nach dem Einzug hatten sie nichts Eiligeres zu tun gehabt, als sich zu einer Sitzung bei Talleyrand zusammenzufinden, um über das Schicksal Frankreichs, zu dessen Herbeiführung sie selbst so wenig getan hatten, zu beschließen.

Der Zar, der König von Preußen, Nesselrode, Talleyrand und andere traten da zur Beratung an. Aber Blücher, dem in erster Reihe der große Sieg zu verdanken war, wurde nicht gebeten.