„Nun ja,“ schmunzelte der Postmeister, „du hast auch alle Ursache! Reiten, jagen, das Mädchen geküßt, die Karte in fröhlicher Runde gebogen, was willst du mehr?“

„Gewinnen!“ antwortete für ihn der Apotheker, der jetzt mit seiner Rechnung im reinen war. „Gewinnen will er!“

„Gewinnen, verlieren, gleichviel!“ lachte Blücher. „Nur nicht sein Leben lang hinter dem Ofen hocken, oder die Nase über die Schmöker hängen und Kriegsgeschichte oder so ’n [pg 38]Zeug pauken! Kriegsgeschichte, pfui Deibel! Als Soldat mache ich Kriegsgeschichte und schreibe sie in Blut oder beschreibe sie beim Rotspon! Die Tinte lasse ich die Federfuchser saufen!“

„Nun, die Kriegsgeschichte wird dir wohl nicht allzu lästig, seitdem du des Königs Rock auszogst!“ versetzte der Apotheker.

„Wenn ich auch den Rock auszog, mit Leib und Seele blieb ich doch Soldat! Sollst sehen, bald reite ich wieder an der Spitze meiner Schwadron, die mir von Rechts wegen zukommt!“

„Sei froh, solange du’s nicht nötig hast! Genieße dein Leben! Hast ja alles, was der Mensch sich wünschen kann: eine brave, liebe Gattin, prächtige Kinder, giltst als einer unserer besten Landwirte hier in Pommern – was willst du mehr?“

„Red’ keinen Schwefel!“

„Na, höre einmal!“ sagte der Apotheker, „um nichts gab dir wohl der König neuntausendfünfhundertfünfzig Taler Meliorationsgelder für dein Gut?“

„Neuntausendfünfhundertfünfzig, ja! Das war so recht der Alte Fritz! Zehntausend voll hätte er mir ruhig geben können. Aber nein, er mußte noch etwas davon abstreichen, um seinen Sparsinn zu befriedigen! Sonst hätte ihm die ganze Sache keinen Spaß gemacht! Und nun muß ich mich hier am Spieltisch mit euch abrackern, um die Summe wieder abzurunden!“

„Das tust du auch redlich!“ lachte der Apotheker. „Aber nach unten hin scheint’s mir!“