Oben auf dem Plateau machten dann Milhauds Kürassiere kehrt, um nicht von der Hauptarmee abgeschnitten zu werden, und ritten wieder die Böschung hinunter. Auf dem abschüssigen Boden gerieten sie aber sofort in Unordnung und halfen so nur den Wirrwarr vermehren.

Wellington ging jetzt zur Offensive über.

Keine Möglichkeit für Napoleon, der Auflösung noch irgendwo eine Wehr entgegenzusetzen, und ein Bollwerk zu schaffen, hinter dem sich die aufgelösten Verbände ordnen könnten.

„Sauve-qui-peut!“ wurde die Losung – der Kehrreim, in den sich der Siegestaumel der Franzosen jäh auflöste.

Napoleon sah das Nutzlose ein, jetzt, bei beginnender Nacht, wo er weder gesehen noch gehört werden konnte, seine Person dem Trubel entgegenzustellen. Er ließ sich in ein Karree einschließen und ritt, Jérôme an seiner Seite, auf der Chaussee nach Charleroi fort, von den vorbeiflutenden Trümmern seiner stolzen Armee mitgeschwemmt.

Über das Schlachtfeld zogen jetzt von verschiedenen Seiten die Preußen und die Engländer gegen das weithin sichtbare Gehöft Belle-Alliance hinan, fegten den Boden von Feinden rein und nahmen die Verfolgung der fliehenden Franzosen auf.

Die Preußen besorgten das Geschäft allein. Bis Jenappes hielten sie die Jagd durch, nahmen unterwegs Napoleon seine ganze Artillerie und Bagage ab und scheuchten seine Truppen durch Kartätschenschüsse auf, sobald sie sich zur Ruhe setzen wollten.

In Jenappes gönnten sie sich endlich selbst etwas Ruhe.

Blücher, der trotz den Strapazen des vorhergehenden Marsches selbst die Verfolgung leitete, war frisch wie ein Fisch im Wasser und von einem seltenen Übermut.

Als er vom Pferd stieg und in sein Quartier hineingehen [pg 432]wollte, trat ihm ein alter Husar in der schwarzen Uniform, die er so gut kannte, entgegen und legte die Hand an die Mütze.