Wie der Blitz fuhr ihm der Gedanke durch den Kopf: „Aha, da habe ich ja meinen Solofänger! Der fehlte mir noch! Der war heute wieder fällig. So war’s nach Kirrweiler, so war’s bei Leipzig! Und heute war’s ja wieder eine Sache gewesen! Also, er ist da!“
Er ließ den Husaren gar nicht erst zu Worte, sondern rief ihm gleich zu: „Keinen Ton! Ich weiß, was du willst, ich weiß mit dir Bescheid! Komm, trinken wir miteinander eine Pulle Sekt für den guten Fang! Und da hast du auch deine zwanzig Mark! Soviel war’s wohl wert, daß du mich damals den Preußen einfingst! – Oder sollte ich schon im Preis gestiegen sein?“
Der alte Husar stand da, ohne zu begreifen, blickte bald Blücher, bald das Geldstück an und schüttelte den Kopf.
„Wo hätte ich? Was hätte ich? Ich hätte Eure Exzellenz gefangen? – – Wie käme ich wohl zu der Ehre? Ich habe einen ganz anderen Fang gemacht!“
Und dabei nahm er aus der Tasche eine Handvoll Brillanten, ließ sie aus der einen Hand in die andere rieseln – hielt dem Marschall ein Etui hin, in dem eine Sammlung der höchsten und seltensten Orden der Welt, auch der preußische Schwarze Adler, glitzerten, und zog unterm Arm noch einen Degen und einen dreieckigen schwarzen Hut hervor, den man in der ganzen Welt wohl kannte.
„Zu dem Hut gehört auch ein grauer Mantel!“ rief Blücher aufgeregt, und riß das Kleidungsstück an sich. „Und in dem Mantel steckte ein ganz besonderer Kerl! – Wo hast du den gelassen?“
„Der steckt wohl immer noch drin in dem nämlichen Mantel, denke ich! Und den habe ich nicht erwischt!“
„Du bringst mir ein Stück vom Fell des Löwen! Bringe mir den Löwen selbst, und du wirst ein Fürst, so wahr ich auch einer geworden bin. Ihm nach – rasch –!“
Damit stülpte er den Hut Napoleons auf den Kopf, nahm den Degen und die Orden an sich und ging hinein.
Draußen blieb der Husar stehen. Er ließ noch ein paarmal die glitzernden Steine aus einer Hand in die andere rieseln, steckte sie in die Tasche, schüttelte den Kopf und kratzte sich bedächtig die Nase.