„Is sich ein Schweinewirtschaft hundsmiserables!“ stimmte der Pole bei.
„Mir Roten sind schon parat – daran fehlt’s nicht! Da ist schon unser Oberst hinterher wie der Deibel! Bei den Hufschmieden, in den Gammern, auf den Futterböden – ieperall hat er hineingerochen! Mundierung und Sattelzeug, Pul[pg 57]ver und Blei – nach allem hat er gesähn, und daß die Glingen scharf geschliffen sind, war ihm allemal die Hauptsache! Mir sind parat! Aber die anderen! Die Räde und – nun, ich will nichts gesagt haben – der Geenich ist ja een kuter Mann – een seelenkuter Herr! Wo er aber zu schpät Geenich wurde – nachher steht ooch alles andere im Lande zu schpät auf! Beim Gaiser Leopold ooch! Na, nu ist er ja tot, und dakechen ist nichts zu sagen! Aber sein Läben lang dachte der nicht daran, Gaiser zu werden – der steckte dicke drinne im fetten toskanschen Getreidegeschäft und war een kuter Mann! Da stirbt der Bruder, und er muß auf den Thron! Na, nu ist er das Älend ooch los, und sein Sohn kann seine Leute mit Mehlspeis und Backhändl füttern, bis ihnen die Bäuche platzen! Hättest drüben bei den Österreichern bleiben sollen, Schläsier, wo du schon warst!“
„Mei Atzung find’ ich ieberall!“ entgegnete der Schlesier.
„Nun wenn schon – warum suchst du sie denn gerade hier bei den Preißen, bei den Hungerleidern?“
„Was suchen die Sachsen und die Polen dahier? Am Ende wollte ich nur sehen, wie mir der rote Dolman sitzt, wo ich doch dahier im selbichen Rechiment schonn den schwarzen trug!“
„Nun schlag einer lang hin! Wo mir schwarz waren, bist du ooch mit kewäsen?“
Der Schlesier saß da wieder wie in Erz gegossen und antwortete nicht!
Bum! schossen die Franzosen vor Kirrweiler. Bum! sekundierte eine andere Kolonne, die mehr rechts, durch Edenkoben herauszukommen begann. Die Kugeln kamen jetzt von rechts und von links. Die Leute wurden unruhig, die Pferde tanzten hin und her.
„Is sich ein verdammtes Schissen!“ knurrte der Pole. „Wär’ ich Obberst, hätt’ ich gebben längst Siggnall!“
„Ihr Polen habt’s immer eilig mit dem Überlaufen!“ sagte der Sachse anzüglich. „Ihr liebt den Franzmann! Wenn ihr mit ihm Hiebe tauscht, denkt man, es sind Gomplimente!“