„Landsmann?“

„Aus Esterreisch’-Schlasien!“

Blücher betrachtete ihn forschend.

„An dein Gesicht kann ich mich nicht erinnern! Es ist ja auch lange her. Und bei der bewußten Gelegenheit wird mir wohl der Schädel von den vielen Hieben gehörig gebrummt haben! Aber das weiß ich, und darauf kann ich schwören: ein Husar war’s sicher, der mich fing! Und wo du ein Husar bist und wo du behauptest, derjenige zu sein, so bist du’s wohl auch gewesen, dem ich mein Glück zu verdanken habe! Nun erkläre mir aber eins, mein Sohn – denn ein wenig dämmert’s mir doch noch von der Begebenheit –, spricht man noch heute – in Schlesien – so gut Schwäbisch wie damals?“

Der Husar blickte ihn an, ohne zu begreifen.

„Der, der mich fing, mein Sohn, der schwäbelte nämlich [pg 63]ganz gehörig, das habe ich mir gemerkt! Nicht nur sein Säbel, auch sein Schwäbisch schlug mir bös um die Ohren!“

Landeck kratzte sich hinter dem Ohr.

„Exzellenz,“ sagte er dann keck, „ob ich dazemal schwabbelte, ich weeß es nicht mehr! Das aber weeß ich: ooch in Schlasien gab’s dazemal Schwabben die Masse – nich bloßich in Preußen. Und es gibbt se halt noch, und aso leechte wird se halt nich los, wer se hoat!“

Blücher lachte.

„Gut geantwortet, mein Sohn“, sagte er. „Sei’s drum! Du bist mir der Richtige! Du wirst heute mittag einen Löffel Suppe bei mir essen! Und nachher wollen wir miteinander auf den schwedischen Junker anstoßen, den du leben ließest! Den preußischen General können wir dann auch leben lassen! Und nun, mein Herr Solofänger, marsch auf deinen Platz! Und daß du mir nicht noch einmal ohne Befehl aus der Reihe heraus reitest! Sonst brummst du bei Wasser und Brot, und wenn du mich zehnmal gefangen hättest!“