Schnell entschlossen packte er den Stamm des Efeus und enterte hoch, die Rose im Mund.

Eine Manneslänge trennte ihn noch vom Fenster, da hörte er unter sich ein Fluchen und Wettern.

„Da schlage doch der Donner drein! Wer klettert mir da an der Wand. Schockschwerenot, herunter oder –“

Es war Blücher, der, von seltsamer Unruhe ergriffen, seine Inspektion hatte fahren lassen und umgekehrt war.

Der Prinz fand sich sofort in die Situation, hielt sich mit einer Hand in seiner schwebenden Lage fest, nahm mit der anderen die Rose aus dem Mund und winkte.

„Seien Sie still, Blücher, wecken Sie Ihre Frau nicht – ich will ihr nur die versprochene Rose durchs Fenster werfen! Gnädige Frau!“ sagte er entschuldigend zur Generalin, die jetzt am Fenster erschien. „Genehmigen Sie huldvollst diesen duftenden Gruß als angemessenen Abschluß unseres unterbrochenen Gedichtes!“

Noch ein paar Klimmzüge, und er war so weit oben, daß er die Rose überreichen konnte. Die junge Frau nahm sie.

„Hierher die Rose!“ kam es scharf von unten. Die Blume flog gehorsamst Blücher zu Füßen. Fast ebenso schnell war auch der Prinz unten, stand aufrecht vor ihm und blickte ihn herausfordernd an.

„So schnell geht’s abwärts, wenn ich dabei mitwirke!“ sagte Blücher, jetzt vollkommen ruhig. „Darf ich bitten, die Rose!“ Er reichte dem Prinzen die Blume. „Sie hat sich als Wegweiser vortrefflich bewährt!“

Der Prinz machte eine abwehrende Handbewegung.