„Was nützt uns das Wachrütteln,“ sagte Blücher, „wenn die da die Macht haben, die Geister wieder einzuschläfern?“

Der Freiherr zog seinen Hut, und Blücher salutierte, bis die Prozession vorbei war.

„Haben Sie gesehen, wie bös die Kerle mich anschielten?“ fragte er dann den Baron. „Die giften sich gewaltig, weil ich hier die Freimaurerloge wieder aufgemacht habe. Een ‚prüsken Windbüdel‘ – een ‚lutherschen Dickkopp‘ haben sie mich genannt. Der Windbüdel setzt ihnen aber noch ganz was anderes als die Loge auf die Nase!“

„Da drüben hält eine andere Prozession“, sagte der Freiherr und zeigte auf drei Soldaten, die einen gefangenen Deserteur transportierten und ebenfalls von der Prozession [pg 91]aufgehalten worden waren. Sie blieben noch stehen, um den General zu salutieren.

„Antreten! Melden!“ rief Blücher sogleich, als er sie sah. Und die Leute kamen über die Straße, grüßten ihn nochmals und gaben ihren Rapport ab.

Blücher blickte den Gefangenen unwillig an. Er war ein junger, kräftiger Bursche. Die Hände waren ihm auf dem Rücken gefesselt.

„Schämst du dich nicht, Bursche?“ rief Blücher ihm zu. „Siehst, wie der Franzos überall in der Welt haust und wie er seine langen Finger nach immer mehr deutscher Erde ausstreckt – hast zwei kräftige Arme zum Dreschen und willst dich drücken, willst nicht helfen, deine Heimat von den Schuften zu säubern?! Abführen!“ rief er, und die Leute salutierten und zogen mit ihrem Gefangenen ab.

„Vaterlandsloser Gesell!“ kam es noch verdrießlich aus dem Gehege seiner Zähne hervor.

„Das ist er wohl. Aber nicht durch eigene Schuld!“ sagte Stein energisch. „Und das dürfen Sie ihm darum auch nicht vorwerfen!“

„Das wäre wohl auch!“