Dort blieben sie hängen, unter emporgezogenen Brauen, während die Lippen sich mühten, den erstaunten Kreis der Beine nachzubilden.
„Nun?“ fragte der König ungeduldig, endlich eine andere Stimme zu hören.
Beyme ließ das Dokument bis zur Höhe seines Bauches sinken, zuckte fast unmerklich mit den Schultern, wiegte den Kopf einmal nach rechts, dann einmal nach links, tat die Lippen auf – schloß sie aber wieder, senkte die Blicke und blieb stumm stehen, mit der Miene der verkannten Unschuld.
„Man verlangt von Uns seine Entlassung, Beyme!“ sagte der König ungeduldig, da er immer noch keine Antwort bekam.
Beyme blickte auf mit einem rührenden Augenaufschlag, seufzte aus der Tiefe eines gekränkten Herzens und senkte die Blicke wieder, so alleruntertänigst andeutend, daß er sich in das Unabwendbare finden würde, wenn’s sein müßte. Aber er erwiderte keine Silbe.
„Den Kabinettsrat Lombard sollen Wir auch fortschicken – Unseren Minister Haugwitz auch! Sage Er doch seine Meinung!“
„Majestät!“ sagte der Angeredete mit einem gequälten Seufzer. „Dero alleruntertänigstem Knecht würde es wenig ziemen, irgendeine Meinung über ein Dokument zu verlautbaren, unter dem die erlauchten Namen fünfer Prinzen des königlichen Hauses stehen – der beiden Prinzen Brüder, des Prinzen Oranien Hoheit sowie der Prinzen Louis Ferdinand und August!“
„Da stehen auch andere Namen!“
„Namen von Männern, die sich des allerhöchsten Vertrauens erfreuen dürfen, als welche die Generäle Rüchel und Pfuhl wohl zu bezeichnen sind, und auch seine Exzellenz der Finanzminister Freiherr vom Stein –“
„Seine Unterschrift ist Uns allein hier maßgebend“, sagte der König langsam. „Die Prinzen und die Generäle sind nichts als Mitläufer. So meint Er doch auch?“