Sprach's, verbeugte sich kalt und ging.

Das war der ausgesprochenste Mißerfolg! — Keine persönliche Vorstellung — kein Souper! — Ein kostbarer Schmuck allerdings — aber die allerhöchste Befriedigung durch den Mund eines Lakaien — —!

Barberina erblaßte, biß sich auf die Lippen, verlor aber die Contenance nicht.

»Ich bitte mir aus, Monseigneur«, sagte sie dann gelassen zu Carignan, der wie ein begossener Pudel dastand, »ich bitte mir aus, mir in Versailles einen anderen Partner geben zu wollen, der mir nicht die Szene verdirbt! — Mit Signore Fossano tanze ich nicht mehr! Er quält mich, er irritiert mich! Und wie hat er als Tänzer dekliniert!«

»Allerdings, mein lieber Fossano«, sagte Carignan, froh, seinen Ärger an jemand auslassen zu können, »ich kann nicht umhin, Ihnen zu sagen, daß Sie mir in diesem Jahre Enttäuschung über Enttäuschung bereiten! Sie sind lange nicht mehr der geistvolle Tänzer, als den ich Sie bisher kannte und bewunderte! Ihr Engagement war ein Fehler! Nun — er hat uns unsere liebe Freundin hier gebracht — das wollen wir Ihnen zugute halten. Aber bei Hofe haben Sie ausgetanzt!«

Womit er die Bühne verließ und sich zum König begab, der ihm jedoch sagen ließ, daß er seiner Dienste heute nicht mehr bedürfe.

Der König konferierte mit dem Herzog von Richelieu.

Hochwichtige Entscheidungen von weitestgehender politischer Tragweite wurden getroffen. — Bachelier, der allmächtige Hüter der Schlafzimmergeheimnisse Seiner Majestät, war in Ungnade gefallen, und Richelieu hatte geschickt die Gelegenheit benutzt, seinen Protegé, Binet, in Erinnerung zu bringen. Und so wurde die Brücke geschlagen, über die die schöne Madame d'Etioles, geborene Poisson, spätere Marquise de Pompadour, ihren Einzug ins Allerheiligste halten sollte, um da unumschränkt zu gebieten!

Das Schicksal Frankreichs war entschieden!

Wer weiß aber, wie es sich gestaltet hätte, wenn die schöne Barberina nicht jenen fast unmerklichen Leberflecken unter dem linken Busen gehabt hätte und Bachelier nicht so ehrlich gewesen wäre, dessen unseliges Vorhandensein dem Könige zu verraten?!