Mylord Arundel, der gestern sich und jene Summe zum Souper angesagt hatte, war schmählich enttäuscht wieder abgezogen. Der Befehl, bei Hofe zu tanzen, war so schnell und unerwartet gekommen, daß sie ihm nicht einmal hatte abschreiben können.

Sie hatte ihn auf ihren Knien um Entschuldigung bitten müssen und ihm mit Mühe und Not ein halbes Versprechen abgerungen, heute zum Lever Babaras zu erscheinen.

Kommt er? — Kommt er nicht? — Die Frage hatte ihr ihre Nachtruhe verdorben! Und jetzt ging sie schon seit Stunden in der Wohnung umher und wartete auf Babara, die sie nicht zu wecken wagte — die aber schlief, als stünde für sie gar nichts auf dem Spiel!

Immer wieder ging sie an die Tür des Schlafzimmers und lauschte. — Denn käme er, dann müßte Babara auch visibel sein! — Sonst wäre alles verloren und Seine Herrlichkeit würde den Strom seiner Schätze in ein anderes Bett leiten!

Sie gönnte dem guten Kinde ja die Ruhe! — Es mochte wohl müde sein nach der Vorstellung und der langen nächtlichen Fahrt! Kein Mensch konnte aber voraussehen, wie lange die Jugend und die Schönheit währen würden! — Für die Ruhe des Alters mußte gesorgt werden!

Nach langem Zögern entschloß die Mama sich endlich, an die Tür zu klopfen. Aber ehe sie noch ihre Absicht vollführt hatte, wurde sie durch einen entsetzten Schrei aufgeschreckt!

Es war drinnen im Schlafzimmer!

Noch einmal schrie es! Kein Zweifel, es war ihre Tochter! Dann wurden auch andere Stimmen laut — zornige Männerstimmen, die gegeneinander wetterten!

Sie eilte hinzu — sie rüttelte heftig an der verschlossenen Tür! — — Da gerade mußte man ihr den Besuch Arundels melden!

Sie durfte ihn nicht abweisen, sie mußte ihn sogar gleich empfangen! — — Und drinnen bei ihrer Tochter ging etwas vor! Sie wußte nicht was, begriff aber, daß es Seiner Herrlichkeit verheimlicht werden müßte! — — Sie tat ihr Bestes!