Sie nötigte Mylord zum Sitzen, schwatzte drauflos von allem möglichen — vom gestrigen Hoffest — vom Erfolg Barberinas — von der Gnade des Königs — fragte den Lord nach dem letzten Rennen — nach den Jagden auf seinen englischen Gütern — überhörte seine Antworten, unterbrach ihn mitten in der Rede, um nach dem Wetten zu fragen und nach der Möglichkeit, im Spiel Glück zu haben — sie ließ ihn nicht zu Worte kommen und hütete sich wohl, sich nach seinen Empfindungen für Babara zu erkundigen.
Mylord ließ mit echt englischem Phlegma alles über sich ergehen; er glaubte zunächst, eine Irrsinnige vor sich zu haben, entschied sich dann für die Annahme, Mama Campanini hätte sich die schönen Weine, die gestern nicht getrunken waren, zu Kopfe steigen lassen, wurde endlich zornig, herrschte sie an, sie solle mit dem Geschwätz aufhören, und stand auf, um sich selbst bei ihrer Tochter anzumelden, da sie seine wiederholte Frage nach ihr nur noch stotternd beantwortete.
Da sprang die Tür des Schlafzimmers auf, und der Prinz von Carignan erschien auf der Schwelle. Aber in welcher Verfassung! — Keuchend vor Zorn, die Augen blutunterlaufen, den Hut schief auf der derangierten Frisur, die eine Spitzenmanschette zerrissen — mit der Hand krampfhaft den Stock umklammernd und sich darauf stützend, um das Zittern des ganzen erlauchten Körpers besser zu prononcieren!
Als er Arundel sah, erkämpfte er mühsam, aber mit vollendeter Eleganz, die Fassung und grüßte genau so reserviert, wie es die Situation erforderte.
»Ich bin entzückt, Eurer Lordschaft hier zu begegnen!« lispelte er.
»Ich bin auch charmiert!«antwortete Seine Herrlichkeit ebenso steif und nicht minder höflich.
»Ich räume Eurer Herrlichkeit mit Vergnügen das Feld«, setzte Carignan fort, »und wünsche, Sie mögen es einmal ebenso befriedigt verlassen wie jetzt ich!«
»Hoheit sind sehr gütig!« gab der Lord zurück.
»Deine saubere Tochter aber werde ich ins Dirnenhospital schicken! Und dich auch, alte Kupplerin!« schrie der Prinz der alten Campanini zu, drohte ihr mit dem Stock und ging, ohne sich weiter um Seine Herrlichkeit zu kümmern.