Aus dem Nebenzimmer, in das er schnell geschlüpft war, hatte er die ganze Szene verfolgt und trat jetzt ein, um ihre Niederlage zu vervollständigen.

Sie schrie leicht auf, als sie ihn sah. — Sie erkannte ihn kaum wieder, so sehr hatte er sich verändert seit jenem denkwürdigen Abend in der Oper.

Der verwöhnte, siegesbewußte Liebling der Frauen — das Schoßkind des Glücks war aus seiner ganzen Erscheinung vertilgt. Nur noch ein Schatten von ehedem, stand er da, die Augen flackernd und vor ungestillter Rachsucht unheimlich aufleuchtend. Aber die Unsicherheit, die sonst aus den grämlich verzerrten Zügen sprach, war jetzt auf einmal verschwunden. Sonst schleichend wie ein Jäger, der einem schwer zu erlegenden Wild nachstellt — jetzt schadenfroh lächelnd, im frohen Vorgefühl, daß er dem gehetzten Wild den Fang wird geben können.

»Warum so ängstlich?« lachte er, als er ihre entsetzte Miene sah. »Ich tue Euch nichts an, und Eurer Tochter auch nicht! Ich komme nur, um Euch rein geschäftlich zu sprechen, und zwar in Eurem eigenen Interesse!«

»Wir brauchen Eure Hilfe nicht!«

»Mehr als Ihr denkt!« sagte er, schadenfroh lächelnd. »Und obwohl Ihr's nicht wünscht! Ihr seid wohl geschickt — Ihr versteht wohl die gute Gelegenheit auszunützen, die Ihr mir verdankt — aber wie Ihr den Erlös sichern — wie Ihr den Gefahren entgehen sollt, die Euch bedrohen, das wißt Ihr nicht! — Ebensowenig, wie Ihr wißt — wer jetzt drinnen bei Eurer Tochter weilt!«

»Bei ihr ist niemand!«

»Allerdings — in Eurem Sinne — ein Niemand, ein Tunichtgut! Aber in den Augen Babaras mehr wert als all die Schätze, die ihr die anderen zu Füßen legen! Und ein Prinz — ein vornehmer Herr, der Euch mit der größten Eleganz helfen wird, Eure Ersparnisse durchzubringen! Ich brauche nur den Namen Durfort zu nennen — —«

»Er hätte die Keckheit gehabt, trotz meines Verbotes —?«