»Nichts — gar nichts will ich von ihm haben«, rief sie, streifte Armbänder und Ringe ab und warf sie dem Exekutor zu. »Da, nehmt nur! Und da!«Sie zeigte auf die Schatullen und Kästen, die ihre Zofe hinter ihr hertrug. — »Schaut nur genau nach, daß nichts fehlt! — Die Roben, schnell! — Die Spitzen — das brokatne Zeug — schnell, her damit! Fort aus meinen Augen mit allem, was an diesen alten Gecken erinnert!«
Sie unterbrach ihre Rede und eilte ans Fenster, durch das sie Peitschenknall und rollende Räder gehört hatte.
»Ich wüßte nicht, daß ich den Wagen befohlen hätte!« rief sie, schwieg aber plötzlich, als sie das höhnende Lächeln des Abgesandten ihres bisherigen Gebieters sah.
»Die Mühe haben Seine Hoheit Ihnen abzunehmen geruht!« sagte er spöttisch. »Mademoiselle werden es unzweifelhaft vorziehen, eine andere Equipage bei Dero Ausfahrten zu benutzen? Die Stallungen des Hotels sind klein. Das Palais Soissons bietet mehr Platz! Seine Herrlichkeit, Mylord Arundel, bevorzugen ja das Vollblut, und die Schimmel meines Gebieters würden schwerlich Gnade vor seinen Augen gefunden haben! — Auch den Goldfüchsen Seiner Herrlichkeit wünschen Hoheit Platz zu schaffen. Und so beehre ich mich, seine Entschließung mitzuteilen, daß er auf die Auszahlung der Mademoiselle zugesicherten Rente von tausend Louis von heute ab verzichtet!«
Womit der brave Thunet sein Register zuklappte und nach einer steifen Verbeugung das nunmehr leere Zimmer verließ, das der aus allen Himmeln gestürzten Signora Campanini nicht das geringste Möbel mehr darbot, auf das sie hätte in Ohnmacht sinken können!
»Wir sind blamiert! Wir sind vor aller Welt lächerlich gemacht!« seufzte sie.
»Wenn's nur aller Welt gefällt, mich in Ruhe zu lassen, mir soll's recht sein!«
»Womit willst du den Lord Arundel empfangen? Auf der Erde kannst du nicht mit ihm soupieren!«
»Lord Arundel wird eben nach Hause geschickt!« sagte Babara gelassen.
»Du bist eine Undankbare! — Du wirst mich noch ins Grab bringen! Ach, ich Unglückliche! Ach, ich Armselige! Hättest du nur nicht Fossano vor den Kopf gestoßen! Dem Elenden verdanken wir dies alles!«