»Ich kann Hoheit leider nicht bitten, Platz zu nehmen!« sagte sie mit der Miene einer Dulderin und zeigte auf den Fußboden. »Aber Hoheit haben selbst für den Mangel an Sitzgelegenheit gesorgt!«

»Halten wir uns darüber nicht auf, bitte! Ich will ja alles wieder gutmachen. Warum läßt man denn meinen Boten unverrichtetersache wieder zurückkehren? Geld, Schmuck, Gespann, Equipage — die ganze Einrichtung — alles kann sie wieder haben! Und die Rente auch!«

»Das nimmt sie nur von ihren Freunden an!«

»Mein Gott, ich bin doch ihr Freund! — Ich schätze sie nach wie vor! Ich war einen Augenblick alteriert! — Ich wurde von einer Situation überrascht, in der ich nicht erwartet hätte, mich befinden zu müssen! Aber es ist ja alles wieder gut! — Ich versichere — ich bin ihr gar nicht böse! Sie soll nur hereinkommen!«

»Sie ist noch krank vor Aufregung!«

»Gegen die Krankheit bringe ich eben das beste Heilmittel mit! Holen Sie sie nur her!«

»Sie wird nicht kommen! Als der Sekretär vorhin hier war, hat sie mir rundweg erklärt, sie würde sich von Eurer Hoheit nicht einmal die Hand küssen lassen. Nicht einmal um hunderttausend Francs!«

»Das ist stark! Haben wir etwa den Handkuß angeboten? Wir verzichten gern auf jede Intimität! Wir haben aber nicht nötig, hier zu bitten! — Du bringst mir auf der Stelle deine Tochter her! Ich, ihr Chef, befehle es! Und es würde sowohl ihr wie dir teuer zu stehen kommen, wenn ihr meine Geduld noch lange auf die Probe stellt!«

Das half. Die Signora eilte in das Boudoir, und nach einigem Zögern ließ sich Barberina dazu herbei, vor dem Antlitz des gestrengen Herrn Chefs zu erscheinen.

Sie ließ sich aber durchaus nicht imponieren.