Sie war kalt, abweisend, sah ihn kaum an, wies jeden seiner Versuche, sie zu begütigen, ab und bat ihn schließlich, sie in Ruhe zu lassen. Sie wäre noch leidend! Sie könne keine Aufregung vertragen! Sie wolle sich wieder hinlegen!
Aufbrausend versuchte er es auch bei ihr mit dem Ton des Vorgesetzten. Sie lachte ihn aber aus.
Da verlor er die Fassung gänzlich und verlegte sich aufs Bitten! Sie könne ihm jede Bedingung stellen! — Sie müsse aber bei Hofe tanzen! Sie dürfe ihn nicht ins Unglück stürzen! Die Ungnade wäre ihm gewiß!
»Dann tanze ich erst recht nicht!« lachte sie, und die Schadenfreude leuchtete ihr aus den Augen.
Das gab ihm die Fassung wieder.
»Dann brauche ich Gewalt!« rief er. »Entweder Sie tanzen, oder ich lasse Sie und Ihre Mutter verhaften!«
»Ohne Grund? Das können Sie nicht!«
»Ich habe Grund genug! — Ich weiß von Ihren Fluchtplänen mit Lord Arundel! Meine Polizei ist schon in Bewegung, hat schon überall verboten, Ihnen Postpferde zu geben und das Auslaufen aller Schiffe aus dem Hafen von Calais bis auf weiteres untersagt! Beim ersten Versuch, zu entweichen, sind Sie verhaftet, und Seine Lordschaft auch! Sie werden schon überwacht! — Wollen Sie also tanzen?«
»Ich sehe ein — ich muß der Gewalt weichen! Ich werde also tanzen! Aber Eurer Hoheit Geschenke und die Rente nehme ich nicht wieder an! Ich verlange eine geordnete Stellung auf Grund meiner künstlerischen Leistungen! Mindestens fünfhundert Louis Gehalt monatlich! Und ebensoviel für das eine Mal in Versailles!«