»Diese Versicherung beruhigt mich! Ich sehe, wir werden uns über den Sklavenhandel einigen! Reden wir also weiter!«

»Dann möchte ich zunächst das gütige Anerbieten, auf Eurer Lordschaft Besitz Mackenzie-Hill eine Hypothek begeben zu dürfen, mit Dank annehmen!«

In den Augen Stuarts leuchtete es auf.

»Mackenzie-Hill muß ausgebaut werden«, sagte er zögernd. »Es soll der Wohnsitz meines Sohnes nach seiner Verehelichung werden. Sie lassen also die zwanzigtausend Pfund darauf eintragen?«

»Sobald wir im übrigen einig sind, liegt der Betrag zur Verfügung von Eurer Herrlichkeit Gutsverwaltung. Meiner Tochter gebe ich hunderttausend Pfund in die Ehe mit! — Außerdem eine jährliche Rente von zehntausend Pfund!«

»Wollen wir uns bei den Geldangelegenheiten nicht weiter aufhalten«, sagte Stuart, um den Schein zu wahren. »Mein Haushofmeister wird das alles mit Ihnen in Ordnung bringen! Es ist alles richtig so! Machen Sie's nur, wie Sie soeben sagten! Sie werden es zu schätzen wissen, in enge Beziehung zu unserem alten Hause zu treten!«

»So darf ich mir denn erlauben, Eurer Lordschaft Haushofmeister die Dokumente zur Prüfung und Unterschrift zu geben?«

»Bitte, tun Sie das! Sobald er sie gutgeheißen hat, werde ich unterschreiben, und die Sache ist in Ordnung!« Während der Dauer dieser Präliminarien waren die beiden jungen Leute, die durch jene Dokumente aneinandergekettet werden sollten, in der Bildergalerie mit dem Studium ihrer werten Persönlichkeiten beschäftigt.

In sportlichen Angelegenheiten waren sie bald einig. Miß Betsy liebte das Ballspiel ebenso leidenschaftlich wie der junge Lord»Beß«, wie er in der Familie genannt wurde. — In puncto Pferde waren sie auch eines Sinnes und konstatierten mit beiderseitiger Genugtuung, daß die Fuchsjagden auf den Gütern des Sir Josuah Crichton eine ebenso illustre Gesellschaft zu vereinigen pflegten wie die Veranstaltungen Seiner Lordschaft. An beiden hatten bereits Prinzen von Geblüt teilgenommen. In der Poesie waren sie auch eines Sinnes, beide gleichbewandert in den dichterischen Erzeugnissen, die zu kennen der gute Ton von ihnen verlangte! — Sie konnten überdies die alten Balladen rezitieren, spielten beide vollendet die Laute und einigten sich bald darüber, daß die Gavotte à la cour und das Menuett, wie sie am Hofe des lebenslustigen Prinzen von Wales getanzt wurden, den steifen altmodischen Tänzen am königlichen Hofe vorzuziehen seien.

Kurz: alle Bedingungen einer glücklichen Ehe waren vorhanden. Bis auf eine Kleinigkeit. — Miß Betsy hatte zu tief in die dunkelblauen Augen eines jungen Landedelmannes geblickt und suchte in den hübschen Zügen des jungen Lords vergebens nach dem hausbacken treuherzigen Ausdruck, der ihr lieb geworden war, und von dem ihr Herz einzig und allein eingenommen werden konnte! Und dem jungen Lord war wiederum sie herzlich gleichgültig und ebenso uninteressant wie all die anderen jungen Damen, die er kannte.