»Weder alt noch verbraucht! Wenn ich aufrichtig sein soll, ich hatte die ganze Sache satt!«

»Ihr wart eben nicht mehr der erste! Ihr wurdet von meiner Tochter in den Schatten gestellt, so ist es! Und nun, wo sie sich mit ihrer ganzen Leidenschaftlichkeit ihrer Kunst widmet und ganz dem Vergnügen entsagt, nun schleicht Ihr hinter uns her und sucht nur nach Gelegenheiten, uns zu schaden — oder wartet zum mindesten darauf, daß ihr ein Unglück zustoßen wird, damit Ihr Euch freuen könnt!«

»Da brauche ich nicht lange zu warten«, lachte Fossano, »wenn, wie Ihr sagt, das meine ganze Sehnsucht ist! Wenn nicht alle Zeichen trügen, steht ihr jetzt etwas bevor, das ihr bald jede Lust an der weiteren Ausübung ihrer Kunst benehmen wird! Nun bin ich aber nicht so bösartig, wie Ihr denkt! Ich bin sogar gekommen, um ein Unglück zu verhüten!«

»Sieh nur!« sagte die Alte und blickte mißtrauisch zu ihm hinüber! »Das schöne Märchen wollt Ihr mich glauben machen!«

»Hört nur zu! Der Galan Eurer Tochter — —«

»Meine Tochter hat keinen Galan! Das wißt Ihr ebensogut wie ich!«

»Ich weiß jedenfalls: es war Euch sehr schmerzlich, daß sie vorgab, allen galanten Abenteuern entsagen zu wollen! Sie macht das Geschäft eben ohne Euch!«

»Ihr lügt!« rief die Signora empört.

»Warum sollte sie auch nicht?! — Ihr könnt ihr ja doch nicht ewig beistehen! Eure Tage sind gezählt! — Sie muß sich beizeiten daran gewöhnen, auf eigenen Füßen zu stehen! Sie macht es auch sehr geschickt — das muß man ihr schon lassen! Wenn nicht einmal Ihr etwas davon gemerkt habt — —!«