Sie zog die Schnur und ließ die Sänfte halten, stieg aus und wollte zurück zu ihm, wollte ihm sagen, wie wenig sie solche Verehrung verdiene, und ihn um Verzeihung bitten!

Sie eilte rasch den Weg vorwärts. Da, fast auf derselben Stelle, wo er sie vor einigen Tagen gerettet hatte, sah sie ihn kommen, langsam und traumverloren!

Sie eilte auf ihn zu, und mit der ganzen Glut der Südländerin umschlang sie ihn, küßte seine Augen, die sie so vorwurfsvoll angesehen hatten, küßte ihn, glühend heiß, mitten auf den Mund!

Ehe aber der Überraschte die Besinnung wiederfand, ehe er sein Glück zu fassen vermochte, war sie fort, schneller als Sie gekommen war! Er sah nur noch ihre Sänfte an der Biegung des Weges verschwinden.

In der Sänfte aber saß sie in einer Ecke zusammengekauert, das Taschentuch an die Augen gepreßt, und schluchzte, als ob ihr das Herz brechen wollte.


14

Sie war plötzlich zum Leben erwacht. Und es war ihr, als hätte sie bis jetzt nur geschlafen und geträumt — wüst geträumt!

Was sie bis jetzt erlebt hatte, war kein Erlebnis! Was sie gehofft hatte und immer noch hoffte, war keines Gedankens wert!