»Einverstanden!« rief der Franzose und fing sofort an, sein Arsenal auszupacken und sich zum Angriff bereit zu machen. Sein Mitbruder tat desgleichen. Da ereilte sie die Strafe des Himmels!

Stuart, der hinter der Tür der Unterhaltung mit wachsendem Entsetzen gelauscht hatte, warf die Tür auf und stürzte hinzu, schlug ihre Flaschen und Röhren in Scherben und bearbeitete die beiden Wunderdoktoren so nachdrücklich mit dem spanischen Rohr des dicken Sir William, daß sie schreiend und hilferufend die Treppen hinunterliefen, sich in ihre Sänften warfen und sich eilends forttragen ließen.

Schröpfköpfe und Blutegel, Pillen und Klistier waren in die Flucht geschlagen! — Die Liebe behauptete das Schlachtfeld. Sie sollte auch fernerhin siegreich bleiben!

Der alten Signora, die bestürzt aus dem Krankenzimmer herauskam, erklärte der Sieger rundweg, daß er sie und sich auf der Stelle töten würde, wenn sie ihn nicht sofort an das Krankenlager ihrer Tochter führe!

Seine Entschlossenheit machte ihr jeden Widerstand unmöglich. Sie öffnete die Tür und ließ ihn eintreten.

Barberina, von dem Lärm und dem Wortwechsel aufgeschreckt, machte einen schwachen Versuch, sich im Bette aufzurichten. Als sie den Geliebten in der Tür sah, glitt ein frohes Lächeln über ihr Gesicht. Mit einem dankbaren Blick empfing sie seinen Gruß und sank dann in die Kissen zurück.

Er stürzte hinzu, ergriff die vom Bettrand herabhängende Hand und bedeckte sie mit glühenden Küssen. Lange kniete er am Bette, die Lippen auf ihre Hand gepreßt. Als er wieder emporblickte, lag sie da, ganz still, mit geschlossenen Augen. Sie schlief und atmete ruhig, von schönen Träumen umgaukelt. Lange saß er so, immer noch ihre Hand in der seinen haltend. Und die Alte, die die beruhigende Wirkung seiner Anwesenheit sah, ließ ihn gewähren.

Das Fieber wich allmählich; die Gefahr war vorüber, und so hatte er sie zum zweiten Male aus Räuberhänden befreit.

Sie genas in ganz kurzer Zeit und konnte bald das Bett verlassen. Er besuchte sie täglich und genoß in vollen Zügen das Glück, sie zu sehen und an ihrer Seite zu weilen. Sobald sie völlig wiederhergestellt war, wollten sie heiraten und sich ganz vom Getriebe der Welt zurückziehen. Sie wollte das Theater verlassen und er die ihm aufgezwungene Braut.

Während er mit ihr Zukunftspläne schmiedete, zogen sich gewitterschwangere Wolken über seinem nichtsahnenden Haupt zusammen.