Die Mutter wurde ganz aufgeregt.
»Das Glück! Das Glück! Den bringe ich noch dazu, dich zu unterrichten!«
»Um aller Heiligen willen!«
»Schweig, du bist eine Gans — eine dumme Gans bist du! Das Glück fällt dir in den Schoß, und du brauchst bloß zuzugreifen! Bloß zuzugreifen brauchst du! Ja, hast du denn eine Ahnung davon, was das bedeutet, wenn solch ein großer Mann sich für dich einsetzt!? Ein Wort von ihm kostet es nur, und gleich liegt dir die Welt offen! — Schmuck, Reichtum, schöne Kleidung, Ehren aller Art werden sich dir zu Füßen häufen, und du brauchst bloß zuzugreifen —«
»Er wird sich hüten. Er hat anderes zu tun, als sich um so eine wie mich zu kümmern!«
»Wenn er dich bloß tanzen sieht, wird er weg sein! Du weißt nicht, wie hübsch du tanzest — du weißt es nicht! Ich hab's dir ja nie gesagt, denn ich wollte dich nicht eitel machen! Aber sooft ich dich sah, und neben dir die anderen, dann dachte ich es mir — und mehr als eine von den Basen hat's auch gesagt — und wie oft haben sie's mir gesagt: >Die Babara muß zum Ballett! — Die Babara könnte mit den Beinen ihr Glück machen! — Sie hat das Zeug, daß ihr das ganze Leben zum Tanz wird!< Das haben sie gesagt! Aber wo hätte ich das Geld hernehmen sollen, um dich in die Ballettschule nach Mailand zu bringen? So etwas kostet Geld — viel Geld, und bei unserer Armut ...! Nein, da hab' ich's mir verbissen! — Aber ich habe zu der Madonna gebetet, ihr so manche Kerze geweiht! Und sie hat mich erhört! — Jetzt ist die Gelegenheit da — jetzt gehe ich zu ihm! — Sofort gehe ich und werfe mich ihm zu Füßen!«
Sie warf ihren Mantel um und wollte gehen.
»Tu's nicht!« rief Babara. »Ich will's nicht! Ich habe gar keine Lust.«
»Ob du Lust hast — ob du Lust hast?! Tanzest du nicht für dein Leben gern!«
»Zum Vergnügen, ja!«