Und so kam es, daß Fossano, der sich noch hinter den Kulissen umhertrieb, sehen konnte, wie Barberina am Arme Sir Crichtons das Theater verließ, um mit ihm und ihrer Mutter in dessen Wagen Platz zu nehmen. Eine Entdeckung, die er nicht zögerte, Lord Albermale zuzuflüstern, der die große Neuigkeit denn auch prompt nach Schottland weiterbeförderte, damit sein Freund Beß nicht denke, seine Geliebte stünde ganz verlassen da.
Das Souper verlief sehr vergnügt. Sir Josuah war von der Konversation Barberinas entzückt und verlor gleich am ersten Abend total den Kopf. Kein Tag verging dann, ohne daß er ihr seine Aufwartung machte. Er brachte ihr Blumen und machte ihr Geschenke aller Art. Barberina sah sich bald im Besitz eines Landhauses an der Themse — das Bankguthaben der »Mama« schwoll an, und Sir Josuahs Hoffnungen auf Erfolg ebenso — wenn er sich auch gedulden mußte. Denn Barberina selbst erlaubte ihm nicht die geringste Vertraulichkeit und verstand es geschickt, jedem seiner Annäherungsversuche auszuweichen — jedoch ohne ihm diese förmlich zu verbieten.
Eines Tages schenkte er ihr einen kleinen, hübschen Mohren zu ihrer persönlichen Bedienung, was ihr einen Ausruf des Entzückens entlockte.
»Wo haben Sie den her?« fragte sie neugierig.
»Eins meiner Schiffe brachte ihn von der letzten Reise mit. Die Negerknaben sind sehr begehrt für den intimeren persönlichen Dienst bei den Damen der feinen Welt! Ich kann kaum so viele anschaffen, wie man von mir verlangt!«
»Sie handeln auch mit Menschen?!« rief Barberina schaudernd.
»Wer tut das denn nicht!«
»Schrecklich!«
»Wieso? Der Mensch wird doch immer gehandelt! Geschäft war doch stets mit den Transaktionen in Menschenfleisch verbunden!«
»Wie können Sie?!«