»Alles, was Sie wollen, will ich tun! Aber Sie verlangen das Unmögliche von mir! Ich kann nicht tanzen!«
»Was man nicht kann, kann man lernen! Ich werde Sie unterrichten! Keinen Widerspruch!«
»Wohlan denn! Aber ich werde nicht sehr gelehrig sein! Sie werden nicht viel Freude an mir haben!«
»O doch! Sehr viel!« lachte Barberina, die sich den Spaß göttlich vorstellte. »Und sollten Sie's wirklich nicht so weit in der Tanzkunst bringen wie bis zum französischen Prinzen im Ballett, so will ich Gnade üben und von Ihrer Mitwirkung in meinem schwarzen Ballett absehen! Aber erst dann! Erst müssen Sie Ihren guten Willen zeigen —«
»Und dann?« fragte Sir Josuah sehnsüchtig und ergriff wieder ihre Hand.
»Dann will ich Ihnen erlauben, mir alles zu sagen — was Sie mir heute nicht sagen dürfen!« antwortete sie und entzog ihm die Hand.
»Und was werden Sie mir dann darauf antworten?«
»Tanzen Sie hübsch brav, Sir Josuah, und Sie werden mit der Antwort zufrieden sein!«
Sie ließ den Worten einen ihrer betörendsten Blicke folgen. Und so kam es, daß Sir Josuah die folgenden Tage in ihrem, ihr von ihm geschenkten Landhause unter ihrer Leitung die schwersten Pas seines Lebens — seine »Fauxpas«, wie sie sagte — einstudieren mußte. Er vergaß darob das ganze Parlament von England und versäumte gröblich sein ganzes großes Handelsunternehmen, um seine Baronie, statt mit der ersehnten Lordschaft, mit der vergoldeten Papierkrone eines französischen Theaterprinzen von Geblüt zu schmücken.
Sie hatte ihre helle Freude daran, den verliebten alten Gecken wie einen Tanzbären zu dressieren. Zu den Unterrichtsstunden mußte er in vollem Habit antreten — in engen seidenen Hosen, Spitzenjabot, Schuhen mit brillantenen Schnallen und federgeschmücktem Dreispitz, das Gesicht rot und weiß getüncht, die Haare gepudert und einen koketten Degen an der Seite.