Die ganze City lachte. Lord Stuart grüßte Crichton nicht mehr, hob aber die Verlobung nicht auf. Sir Josuahs gute Familie aber stellte ihm das Irrenhaus in Aussicht, nachdem sie vergebens alles aufgeboten hatte, um ihn zur Vernunft zu bringen.

Er entzog sich allen Beeinflussungen durch eine schleunige Abreise nach Paris, angeblich, um dort die neuesten Modeerzeugnisse für die Ausstattung seiner Tochter einzukaufen. Und dort traf er mit Barberina zusammen, die sich über nichts so sehr freute als über den Eklat, den die Sache ohne die geringste Betätigung von ihrer Seite gemacht hatte.

Sie hatte noch nichts von ihrem Beß gehört und auch keine Antwort auf ihren Brief bekommen. Das machte ihr großen Kummer, denn sie fühlte sich seiner Liebe sicher und konnte deshalb sein Stillschweigen nicht verstehen.

In der Öffentlichkeit sah man sie niemals, außer bei ihrem Auftreten in der Oper. Fama hatte diesmal gar nichts von ihren galanten Abenteuern zu erzählen, um so mehr aber von ihren außerordentlichen Leistungen als Künstlerin.

Die verlockendsten Anerbietungen wurden ihr von allen größeren Theatern gemacht. Aber sie schlug sie alle aus. Ihre Mutter redete ihr zu, ein Anerbieten des Königs von Preußen anzunehmen. Aber sie antwortete, sie wolle sich frei halten, um, nach ihrer Verheiratung, der Kunst ganz zu entsagen.

Sie dachte dabei an Beß, auf dessen Ankunft sie immer noch hoffte. Ihre Mutter aber an Sir Josuah, der immer dringender wurde und jetzt die Festsetzung des Tages der Trauung kategorisch verlangte. Doch sie hatte plötzlich das Interesse für seine Schätze verloren. Preußen war ihr mehr wert!

Die gute Mama hatte sich nun einmal in den Kopf gesetzt, ein Königreich zu erobern! Zweimal war ihr die Eroberung mißlungen. Das drittemal sollte die Launenhaftigkeit ihrer Tochter sie nicht um die Siegespalme bringen! Sie ließ sich vom preußischen Botschafter einen Vertrag geben, aber Barberina unterschrieb nicht, sondern setzte den Tag für die Trauung fest.

Sie machte sich aus Sir Josuah nach wie vor gar nichts. Aber ihr Beß ließ nichts von sich hören. Und aufs äußerste darüber erregt, dachte sie jetzt nur noch daran, sich an ihm zu rächen.

Am Morgen des Hochzeitstages kam ihre Mutter zu ihr herein, ein Dokument in der Hand.

»Noch ist es Zeit«, sagte sie. »Noch bist du frei! Bedenke, was du tust! Entweder du unterzeichnest diesen Vertrag mit dem König von Preußen oder den Ehevertrag mit jenem alten Gecken! Die Wahl sollte dir nicht schwer sein! Drüben im Nebellande — Reichtum und Vergessenheit; in Preußen — Ehren, Glanz und Ruhm und ein Königreich, das du mit Leichtigkeit in die Tasche stecken kannst, wenn du nur von deinem Eigensinn abläßt und dich meiner Führung anvertraust! Da — überleg nicht lange! Nimm die Feder und unterzeichne! Und wenn Sir Crichton kommt, werde ich ihm den Standpunkt schon klarmachen.«