Sie reichte ihr eine Feder, und Barberina, die immer noch hoffte, daß Beß eintreffen würde, unterschrieb, um Sir Josuah mit guten Gründen hinhalten zu können und so wenigstens einen Aufschub zu erhalten. Käme Beß, so wollte sie den Vertrag nicht einhalten! Käme er nicht, so müßte Sir Josuah sich um die Lösung ihrer Verpflichtung bemühen! Und das würde immerhin Zeit in Anspruch nehmen!

»Jetzt kann der alte Kerl sich in seinem Gelde begraben!« rief die Mama erfreut und steckte das kostbare Dokument ein. »Jetzt gehört uns Preußen! Und das wiegt mehr als zehn Castles in England!«

Sie begab sich schnurstracks zum preußischen Gesandten, dem Herrn von Chambrier, und ließ ihre Tochter allein.

Dieser war es nicht ganz geheuer zumute! Sie hatte sich wieder dem Theater verschrieben, obwohl sie das öffentliche Auftreten verabscheute! — Das Leben schien ihr nur an der Seite eines geliebten Wesens Wert zu haben! Ihrer Liebe hätte sie alles opfern wollen! Bis vor einer Minute hatte sie die Freiheit gehabt, es zu tun! Und jetzt hatte sie sich wieder fesseln lassen!

Wenn Beß jetzt käme?

Kaum gedacht, war er schon da! Wie der Dieb in der Nacht schlich er zu ihr hinein, nahm sie in die Arme und küßte sie ab! Und die Freude war unbeschreiblich auf beiden Seiten! Dann ging es los mit Vorwürfen, Fragen und Erklärungen.

Warum er nicht geschrieben hätte?

Wohl Hunderte von Briefen hätte er ihr geschickt! Sie hätte sie doch bekommen müssen!

Keine Zeile! Kein Lebenszeichen von ihm die ganze Zeit.