»Ich werde dich schon an den Eid erinnern!« rief sie, eilte hinaus und kam zurück, gefolgt von Sir Josuah.

Die Überraschung der beiden Herren war von derartiger Komik, daß sie in lautes Lachen ausbrach.

»Sie scheinen sich nicht zu kennen, meine Herren?!« rief sie. »So gestatten Sie mir denn vorzustellen: Sir Josuah Crichton, mein Verlobter — Lord Stuart, mein Gemahl!«

Sie legte dem erstaunten Beß die Hand auf den Mund, um ihn am Sprechen zu hindern. »Wir sind vor Gott getraut, Sir Josuah! Daran ist nichts zu ändern! Sie und Ihre Tochter müssen eben das Nachsehen haben!«

Sir Josuah brach in die heftigsten Vorwürfe aus. Die Ehe wäre ungültig und würde wieder gelöst werden! — Lord Stuart wäre nicht mündig und könne ohne Einwilligung seines Vaters keine Ehe eingehen — außer der, zu der ihn sein Vater bereits verpflichtet hatte! Und was sie beträfe, so hätte sie doch ihm ihr Wort gegeben!

»Ich habe Ihnen versprochen, Ihnen zum Altar zu folgen, Sir Josuah, weiter nichts! Wenn Sie's verlangen, werde ich mit Ihnen den Spaziergang machen! Aber nie und nimmer, um mich mit Ihnen trauen zu lassen!«

»Sie haben mich getäuscht!«

»Durchaus nicht! Sie sollen aber keinen Schaden an mir haben! Das Landhaus an der Themse steht Ihnen wieder zur Verfügung. Die Luft ist mir dort zu feucht! Beim Ballett können wir keinen Rheumatismus gebrauchen! Den Negerprinzen aber, die ich immer noch nicht bekommen habe, können Sie in meinem Namen die Freiheit schenken! Um Ihren Tanz tut es mir aber leid! Ich habe Sir Josuah ausgebildet«, wandte sie sich an Beß. »Er hat sich in der choreographischen Kunst sehr bewährt! Man könnte ihn schon für Geld zeigen! Nicht wahr, Sir Josuah?«

Aber Sir Josuah hörte nicht. Er war längst davongelaufen, und die beiden Liebenden blieben laut lachend zurück, um sich über den gelungenen Streich zu freuen.

»Alle Heiligen!« rief Barberina plötzlich. »Den König von Preußen habe ich ja vergessen! Wie werde ich den nun los?«