»Den Rapport!« befahl Friedrich, den untertänigen Gruß seines Getreuen kaum beantwortend, und setzte sich im Sessel zurecht.

Der Kammerhusar fing an weiterzuschaben, der Generaladjutant zu berichten, und Friedrich, das Messer an der Kehle, mußte vieles über sich ergehen lassen.

Zunächst lagen da militärische Angelegenheiten vor, Urlaubsgesuche und so weiter, die Friedrich, den Kammerhusaren nochmals beiseiteschiebend, kurz erledigte.

»Von jetzt ab wird kein Urlaub bewilligt! Die Beurlaubten sollen binnen vier Wochen bei den Fahnen sein! Den Kommandanten der Artillerie ist einzuschärfen, daß sie mit allem Fleiß dafür sorgen, mit Einbruch des Frühlings die Geschützbespannungen vollständig zu haben!«

Damit überließ er sich wieder dem Messer. Aber da kam Winterfeldt mit einem Gesuch um Heiratskonsens für einen Offizier, und die Hand des Kammerhusaren wurde wieder beiseitegeschoben.

»Wird abgelehnt! Die Herren Offiziers denken nur an Mariage und sind im Dienste danach!«

Winterfeldt versuchte einen schwachen Einwand. Die betreffende Braut wäre reich und die Tochter eines angesehenen Bürgers! — Da kam er aber schlecht an.

»Wir halten nicht Soldaten zum Amüsement der Bürgertöchter! Wir permittieren keine Mesalliancen! Überhaupt keine Offiziersmariagen! Das gibt allemal Chagrin und böse Suiten! Und ich habe das Frauenzimmer auf dem Hals, nachher, wenn's in die Kampagne geht und der Herr Offizier tot bleibt! Kopulieret wird nicht!«

»Krieg in Sicht«, dachte Winterfeldt und hielt mit weiteren derartigen Gesuchen zurück. Er schloß mit der Meldung, daß auf der heutigen Parade Rekruten zur Besichtigung da sein würden, damit der König die für seine Grenadiergarde geeigneten aussuchen könnte.