»Wollen Majestät nicht geruhen, ihm den Auftrag zu geben? Er wartet draußen!«
»Wir pflegen uns präzise auszudrücken, Podewils, und wollen unsere Befehle, wie gegeben, auch exekutieret wissen! Er hat gehört! Lege Er mir morgen das Schreiben an Dohna vor! Und nun: Gott befohlen!«
Podewils verbeugte sich und ging.
Friedrich befahl, den Baron von Pöllnitz vorzulassen. Und herein tänzelte mit unnachahmlicher Grazie dessen wohlgenährte Gestalt und machte seine allerschönsten Reverenzen vor dem Herrn und Gebieter.
»Pöllnitz — Er soll den erbetenen Abschied haben!« rief der König ihm zu, und der Angeredete blickte hocherfreut auf. »Er soll seine Witwe in Nürnberg haben! — Er soll wieder katholisch werden dürfen! — Er soll die achtzigtausend Taler für Sein Seelenheil einsacken dürfen, obwohl es keinen Groschen wert ist! Aber nur unter einer Bedingung!«
»Und die wäre?«
»Daß Er mir die Tänzerin Barberina aus Venedig hierher besorgt, und zwar mit allergrößter Schnelligkeit! Die Sache dauert mir schon zu lange!«
Der König erzählte ihm den Zusammenhang und fügte hinzu:»Zeige Er, daß er mehr vermag als die gesamte europäische Diplomatie! Verdiene Er seine Witwe! Keinen Widerspruch! — Beim Diner werden wir die Ordre de bataille gemeinsam entwerfen! Bis dahin kann Er auf Rat sinnen!«
Mit einer schnellen Handbewegung verabschiedete er den verdutzten Höfling, ging in sein Schlafzimmer zurück, ließ sich das Haar pudern, den blauen Uniformrock mit dem Stern anlegen, den Degen umschnallen und trat in den Musiksaal hinaus, um die weiteren Audienzen zu erledigen.