Draußen wartete schon sein dicker Freund Knobelsdorff, in dichtes Pelzwerk wohlverhüllt. Friedrich ließ ihn aber lange stehen, ehe er geruhte, seine Anwesenheit zu bemerken.
Endlich, nach beendigter Besichtigung der Rekruten, blickte Friedrich ihn an und freute sich im stillen, als er ihn frieren sah.
»Nun, wir sind malade? — Wir haben immer noch Chagrin ob unserer verunglückten Baupläne?! Komm, mon ami, wir wollen dich kurieren! Gehen wir zu Fuß nach unserem Weinberg Vigne hinaus, wo das Haus gebaut werden soll! Suchen wir den Platz aus!« »Jetzt, bei Schnee und Kälte?!« rief Knobelsdorff entsetzt.
»Der Schnee ist weiß wie das weißeste Papier! Da kannst du deine Linien recht sichtbar ziehen! Und die Fußtour wird deiner Krankheit gut tun!«
Knobelsdorff folgte seufzend. Und der König hatte seine Freude daran, zu sehen, wie er stöhnte und schwitzte.
»Das Schwitzen ist gut vor die Gicht!« sagte er hämisch. »Mir setzt die Krankheit viel schlimmer zu. Ich habe sie mir aber im Kriege geholt und nicht am Schreibtisch wie du!«
Und er fing vom Bau der neuen Bibliothek in Berlin an.
»Da hielt unser guter Jordan neulich eine lange Dissertation, um uns darzutun, daß unser Lateinisch lauter Arabisch sei, und daß die von uns gewählte Devise auf der Fassade nichts tauge!«
Friedrich blieb stehen und stieß mehrmals mit dem Krückstock auf den gefrorenen Boden.