Dann rieb er sich vergnügt die Hände, trank ein Glas Mosel und nötigte den Zeremonienmeister, zu essen, was jener über seinem Erzählen zu seinem Leidwesen bis jetzt nur oberflächlich hatte besorgen können. Er nahm ihn aber dabei, in einem plötzlichen Anfall von übermütigster Laune, zur Zielscheibe seines Witzes, was den Appetit der anderen Gäste stets zu würzen pflegte und den guten Pöllnitz keineswegs störte.
»Mon cher«, sagte er und wandte sich an Maupertuis. »In Ihrem geistreichen Buche >Vénus physique< legen Sie die amüsanten Resultate Ihrer hochinteressanten Kreuzungsversuche vor! Bei der nächsten Edition könnten Sie noch einiges hinzufügen!«
»Und das wäre, Sire?«
»Die Kreuzung zwischen Pöllnitz und einer katholischen Predigerwitwe!«
»Ich gestehe, Sire, wenn Eure Majestät mich über die Kreuzungsmöglichkeit zwischen Papagei und Affe zu interpellieren geruht hätten — ich könnte in keiner größeren Verlegenheit um die Antwort sein!«
»Sehr gut!« lachte Pöllnitz, den Mund voll Geflügel, wischte sich die fettglänzenden Lippen und nippte an dem Burgunder, der in einem schönen Kristallglase vor ihm stand. »Mein Kompliment, Maupertuis!«
»Sie halten also nichts davon?« fuhr der König fort, sich wiederum an Maupertuis wendend.
»Sire, ich würde einen Versuch zwischen so verschiedenartigen Gattungen kaum riskieren! Wenigstens mit meinen Tieren nicht!«
»Die Gattungen sind allerdings sehr verschieden!« lachte der König. »Aber es interessiert mich doch sehr, in Erfahrung zu bringen, wie Pöllnitz, der an gar nichts glaubt, es anstellen würde, den protestantischen Glauben gegen den katholischen umzutauschen!«
»Der Kasus ist schwierig!« lachte Maupertuis.