Und damit drehte er dem Zeremonienmeister den Rücken, legte die Flöte auf sein aus Schildpatt und Perlmutter angefertigtes Notenpult nieder und befahl das Souper.
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Es dauerte nicht lange, da ging vom Gesandten Preußens in Wien, dem Grafen Dohna, ein Bericht ein.
Chevalier Contarini, der Gesandte Venedigs am kaiserlichen Hofe, hätte ihm im Auftrag seiner Regierung mitgeteilt, der Senat von Venedig habe sich beeilt, die Tänzerin Signorina Campanini verhaften zu lassen, um Seiner Königlichen Majestät gefällig zu sein, und hielte sie der Krone Preußen zur Verfügung. Graf Dohna erbat sich Instruktionen.
Ob ihr einfach befohlen werden solle, sich nach Berlin zu begeben, um ihr Engagement anzutreten, ober ob es nicht ratsamer wäre, sie als Gefangene zu transportieren?
Friedrich überlegte sich die Sache nicht erst lange.
Die »Mamsell« hielte ja ihre geschriebenen und verbrieften Verpflichtungen nicht ein! Sie hatte ihm, dem Könige von Preußen, zu trotzen gewagt! — Sie würde sich den Teufel um den Befehl des Senats von Venedig kümmern!
Der König verfügte kurz und gut, die Sylphide inhaftiert zu lassen und sie unter guter und sicherer Bedeckung nach Wien zu bringen, von wo aus sie über Schlesien nach Berlin weitergebracht werden sollte!
Der Senat, der die Grausamkeit gehabt hatte, Barberina aus den Armen ihres geliebten Stuart zu reißen, um sie bis zum Eintreffen der Antwort Friedrichs in Haft schmachten zu lassen, hatte nichts Eiligeres zu tun, als sie in eine Gondel zu setzen, um sie mitsamt ihrer über das Abenteuer hocherfreuten Mutter und trotz ihren Tränen nach Mestre zu spedieren, von wo aus die Fahrt dann unter Bedeckung einer starken Kavallerieeskorte nach der österreichischen Grenze ging.