Friedrich ging ein paarmal auf und ab und blieb dann vor dem Modell des Kriegsschiffes stehen!

»Seh Er, solch ein Spielzeug kostet Geld — viel Geld! Wir haben ja eine wohlgefüllte Schatzkammer, haben aber auch Aufgaben, die dringlicher wären! Wir möchten es nicht schon jetzt nötig haben, eine Kriegsflotte zu bauen! Will Er mir persönlich damit dienen, das Mißtrauen Seiner Regierung und Seiner Landsleute gegen meine Handelsunternehmungen in Emden zu zerstreuen? Will Er drüben ernstlich zu verstehen geben, daß wir, wenn nötig, gleich daran gehen werden, Kriegsschiffe zu bauen! Das heißt, wenn man nicht einsieht, daß die Erde so groß ist, daß auch wir von deren Reichtümern profitieren können, ohne das Geschäft Seiner Landsleute zu verderben? Er versteht mich?«

»Eure Majestät können überzeugt sein, daß ich alles aufbieten werde, um ein gutes Einvernehmen im Sinne von Eurer Majestät Intentionen herzustellen!«

Friedrich blickte ihn durchdringend an.

»Eh bien! Da will ich auch Ihm persönlich einen Gefallen tun!«

Er setzte sich ins Sofa hinter den Schreibtisch, nahm einen Gänsekiel und kratzte unter den Brief des jungen Stuart eiligst ein paar Zeilen hin, deren Inhalt er beim Schreiben laut vor sich hin las.

»Wird nicht beantwortet! Der junge Lord Stuart wird beordert, sofort und auf dem kürzesten Wege meine Staaten zu verlassen! — — Ist Er jetzt zufrieden?« Lord Hyndford verbeugte sich, küßte dankbar die ihm gereichte Hand des Königs, und entfernte sich auf den Wink, daß die Audienz beendet sei.

Inzwischen war Barberina in Berlin angelangt.

Ihre Reise durch Österreich und Schlesien war nicht gerade ein Triumphzug gewesen. Die Wege waren jetzt im Frühjahr miserabel, das wochenlange Schütteln darauf eine schwere Strapaze! Dazu kam noch die seelische Aufregung wegen der Trennung von ihrem Geliebten! Alles in allem Umstände, die nicht zu ihrem Wohlbefinden beitrugen.

»Mama« vertrug die Reise besser, trotz ihrer Jahre und dank ihrer Eitelkeit. Das Aufgebot der europäischen Diplomatie um ihretwillen — die militärische Eskorte — die aufmerksame Fürsorge der mit ihrem Transport betrauten Beamten machte sie das körperliche Ungemach der langen Fahrt ganz vergessen.