»Er erschwert uns die Arbeit, Podewils, statt sie uns zu erleichtern! Wir müssen hier Zeit und Mühe aufwenden, um unsere Minister zu überzeugen, damit wir sicher sein können, daß sie nachher Ordre parieren, wenn wir im Felde stehen! — Nach dem Wormser Traktat glaubt Er noch an England?! Hat England uns wohl von jenem Traktat unterrichtet?! Nein! Aber im Breslauer Frieden hat sich der König von England verpflichtet, uns sofort alle Bündnisse, die er eingeht, mitzuteilen! Das hat er in diesem Falle nicht getan! Also geht das Bündnis gegen uns!«

»Im Traktat von Worms steht kein Wort von Preußen!«

»Zwischen den Zeilen ist aber nichts als Preußen zu lesen! Preußen muß vernichtet werden!«

»Der König von England ist aber auch Kurfürst von Hannover! Als deutscher Fürst kann er nicht die Vernichtung Preußens wollen!«

»Die deutschen Fürsten, die ihre Königreiche anderswo haben, sind keine deutschen Fürsten mehr! Der Kurfürst von Hannover hat sein Königreich in England — der von Sachsen seins in Polen! Ich allein habe mein Königreich in Deutschland! Das gibt von Rechts und Billigkeit wegen Preußen die Führung! Und das wollen die anderen Kurfürsten nicht! Wir sind ihnen zu mächtig, daher die Wut! Daher der Neid! Sachsen ist ärgerlich, weil wir im letzten Frieden ihm nicht Mähren zuschreiben ließen! England tut freundlich, weil es erst seine in Schlesien steckenden Gelder von uns haben will! Es intrigiert aber überall und isoliert uns, wo es kann, damit wir von ihm allein abhängen sollen! Beider Länder Herrscher aber sind nur insofern deutsche Kurfürsten, daß sie dem Kurfürsten von Bayern nicht die Kaiserkrone gönnen! Weil sie sie nicht haben können, darum nur soll sie an Österreich zurück! Wenn der Kaiser sie aber bezahlen könnte, wären sie für ihn und ihre Armeen ebenso! So sind sie alle! Kein Geld — kein deutscher Fürst! Er weiß das ebensogut wie wir! Die Kurfürsten von Hessen, Württemberg, Köln und von der Pfalz — sie wollten sich doch sämtlich schon unserer Aktion für den Kaiser anschließen! Warum taten sie's nicht?! Weil wir nicht so viel Geld haben und Frankreich nicht das nötige bewilligte! Gleich fingen die Herrschaften mit der Gegenpartei zu schachern an!«

»Hessen geht ja mit uns!«

»Nun, da bot Frankreich eben mehr für Hessen als England! Dafür hat aber der Herzog von Gotha den Seemächten seine Truppen verkauft! Die paar Brocken machen übrigens den Kohl nicht fett! Meine preußischen Grenadiere werden in Österreich das entscheidende Wort sprechen!«

»Österreich bedroht uns nicht, ich wiederhole es immer und immer wieder!«

»Lese Er die Kopien des Briefwechsels der österreichischen Podewilse mit den sächsischen Podewilsen, die wir Ihm aus Dresden besorgt haben! Zu welchem Zwecke hätte Sachsen, das sich uns versperrt, den Österreichern freien Durchzug zugesichert? Gegen den Mond — oder gegen Preußen? Les' Er doch in dem Wormser Traktat genau die Stelle durch, wo Sardinien sich verpflichtet, mit seinen Truppen die Lombardei zu besetzen, damit Österreich seine Truppen — in Deutschland verwenden kann, und sage Er mir dann — gegen wen? Gegen den Mond oder gegen Preußen?! Wir sind da nicht im Zweifel und warten deshalb nicht erst ab, bis Österreich seine Truppen nach Berlin schickt! Und unsere Minister werden uns da gnädigst pardonieren! Wir verhandeln nicht mehr, Podewils — wir handeln! Was Verhandlungen zu tun vermögen, haben wir — trotz Ihm erreicht! Rothenburg kehrte mit dem französischen Bündnisvertrag wieder! Gegen Schweden haben wir uns Rückendeckung verschafft!«

»Rußland wird nicht ruhig bleiben, wenn wir Sachsen betreten!«