»Er war ein Landsmann von Ihnen, Mademoiselle!« bemerkte er, die eben angefangene Erzählung für einen Augenblick unterbrechend. — »Er machte am Hofe des Königs von Preußen Karriere wie Sie — wenn auch in anderer Weise! Er wurde General der Artillerie — was Sie niemals erreichen werden, und endigte am Galgen, vor dem Sie ein gnädiges Geschick sicherlich bewahren wird!«
»Ich strebe auch nicht so hoch, Baron!« lächelte Barberina. »Mein Ehrgeiz hält sich auf einem viel bescheideneren und weniger luftigen Niveau!«
»Eine schöne Dame hängt man überdies hierzulande nicht, wie Sie als Zeremonienmeister wohl wissen werden!« lachte Rothenburg.
»Man hängt ihr höchstens — im Notfall — einen Gatten an!« replizierte Algarotti.
»Wie ungalant!« rief Chazot.
»Sie scheinen nicht zu wissen, daß mein Vertrag mir verbietet, an die Freuden der Ehe zu denken?!« lachte Barberina.
»Wäre es indiskret, zu fragen, oh Sie Ihr Gelübde zu halten gedenken?«
»Sie, Graf Rothenburg, werden mich sicherlich nicht in Versuchung bringen!«
»Ich werde jedenfalls alles aufbieten, um Sie vom Pfade der Tugend abzubringen, Mademoiselle!«
»Von der Tugend steht nichts im Vertrag!« beeilte sich Pöllnitz einzuwerfen. »Nur von der Ehe!«