»Wir wünschen, daß Sie die Probe bestehen, Mademoiselle! Wenn der Feldzug vorüber ist und die Truppen ins Winterquartier gehen, kehren wir wieder und holen uns die Bestätigung! Wir werden dann Pygmalion sehen und das Wunder seiner Schöpfung bestaunen!«
»Dem in der Phantasie Erschauten kommt die Realität des Kunstwerks doch niemals auch nur entfernt nahe!« sagte Jordan.
»In diesem Falle glaube ich es sicher!«
»Dieser feste Glaube Eurer Majestät ist eben, was ich Aberglauben nenne!«
»Der Aberglauben wird zur süßen Pflicht — wenn eine so schöne Dame sein Gegenstand ist!« lispelte Pöllnitz und blickte trotz der Anwesenheit Friedrichs Barberina so verliebt an, daß sie ihm lachend auf die Hand schlug.
»Pöllnitz wechselt eben den Glauben so oft wie den Gegenstand seiner Verehrung!« sagte Friedrich. »Was die Frauen betrifft, so habe ich aber den festen Glauben — daß er immer Pech hat!«
»Sire, sagen Sie das nicht!« ereiferte sich Pöllnitz. »Lesen Sie meine Memoiren — lesen Sie meine Memoiren!«
»Wir brauchen sie nicht zu lesen, um uns davon zu überzeugen, wie sehr Er darinnen nach Rache schnaubt — Rache an dem schönen Geschlecht, das so undankbar war, Seine Verehrung abzulehnen!«
»Mais non!«
»Sie werden uns Frauen in Ihren Memoiren schön zugerichtet haben, Baron!« lachte Barberina.