»Seine Memoiren, ebenso endlos wie seine Abenteuer, lassen sich auf das eine Wort Verachtung — Verachtung für das Weib — zurückführen!«

»Sire, ich protestiere — —«

»Wenn man ihre Grundstimmung in Verse bringen würde, käme nichts als ein Spottgedicht heraus —«

»Wenn Sie es in Verse bringen, Sire — dann sicher!« seufzte Pöllnitz in seinen falschesten Tönen.

»Ach, bitte, Sire, das dürfen Sie uns nicht vorenthalten!« lispelte Barberina, mit einem Blick, als erwarte sie von ihm alles andere — nur keinen Spott. »Haben Sie die Gnade, spenden Sie uns Pöllnitzens Zorn königlich gereimt!«

»Wohlan, wir wollen den Versuch riskieren!« antwortete der König.

Alles wartete entzückt lächelnd. Er sann einen Augenblick nach und begann dann:

»Als Gott in seinem Zorn
Den Teufel schuf,
Er nahm vom Bock das Horn,
Vom Pferd den Huf,
Und schuf ein Scheusal, garstig von Gesicht,
Dem Wesen nach ein rechter Bösewicht!
Er hüllte ihn in Lieblichkeit,
Gab ihm ein weiblich Auge,
Zum Liebeswerben stets bereit,
Und hieß ihm: >Geh und sauge
Den Männern ihre beste Kraft
Aus Herzen und aus Nieren!
Vergifte ihren Lebenssaft
Und mach' sie gleich den Tieren!
Kannst du das, sollst du gleich mir sein,
Honig und Manna essen,
Bleibt aber einer im Herzen rein,
Sollst ewig Staub du fressen!<

Dann schnitt er ihm die Krallen ab
Und gab ihm Lilienhände,
Ein voller Busen ward zum Grab
Für seine Teufelsbrände!
Er ließ ihn auf die Männer los
Als wundersüße Dirne!
Der Hölle Qualen birgt ihr Schoß,
Den Himmel täuscht die Stirne
Den armen Erdentoren vor,
Und rote Lippen lockten
Zum Küssen! — Wer den Kopf verlor,
Wem da die Pulse stockten,
Auf ewig in die Glut versank!
Unselig mußt' er leiden,
Weil er des Teufels Liebestrank
Nicht tat auf Erden meiden!«

»Bravo, bravo!« rief die ganze Gesellschaft, als er geendet hatte.