»Wollen Majestät den General Einsiedel nicht pardonieren?«
»Nimmermehr! Er hat uns durch seine miserablen Manövers schon eine halbe Armee gekostet!«
»Wenn aber dann der Feldmarschall Schwerin wiederkehrt?«
»So wird Schwerin nicht wieder angenommen! Wer seinem König Bedingungen macht, wenn Not am Mann ist, den kann der König nicht gebrauchen! Schwerin war unser bester Mann! Das mit dem Einsiedel hat er uns krumm genommen und ist gegangen, weil wir ihm seinen Willen nicht tun! Wir lassen uns aber nicht zwingen! Überdies ist ja Winterfeldt noch da! Und den Alten Dessauer haben wir wieder ins Kommando berufen!«
»Eine harte Nuß!« lachte Keyserlingk.
»Aber doch noch zu knacken!« meinte der König. »Er ist ein Querkopf wie Jordan — aber ein General wie wenige! Schlesien hat er uns bereits gesäubert! Er wird auch noch weiter gut funktionieren, wenn sein Eigensinn mit dem Feinde so viel zu tun bekommt, daß er uns damit ungeschoren lassen kann! Und dafür wollen wir sorgen! Wir sind aber nicht gekommen, um über unsere Generale mit dir zu räsonieren! Es gibt Leute, die uns weit schwierigere Probleme stellen!«
»Dürfte ich fragen, welche?«
»Wir sagten bereits — die Tanzmeisters! Und auch die Tänzerinnen!«
Jordan warf sich im Bette zurück und blickte den königlichen Freund lächelnd an.
»Nun«, sagte Friedrich, »du zeigst mit deinem Lächeln, daß du recht geraten hast! Wir meinten die Barberina! Die Dame hat Ehrgeiz! Sie schien mir nicht nur in der Kunst eine Rolle spielen zu wollen! Wir haben sie auf die Probe gestellt! Wir haben versucht, ob sie imstande wäre, auch nur in der Kunst — also auf ihrem eigenen Gebiet — unseren Intentionen Leben zu verleihen! Wir hofften das! Sie hat uns aber enttäuscht! Wir waren mit ihrer Galathée sehr übel zufrieden! Du hast sie doch auch gesehen?«