»Allerdings!«
»Wie gefiel sie dir?«
»Gut!«
»Wir fanden sie miserabel! Gekünstelt, gemacht, gewollt, berechnet! Keine Spur von der unmittelbaren Natürlichkeit, die wir wollten! Die Poesie des ersten, zum Bewußtsein erwachenden Lebens empfand sie nicht — sie verstand sie nur! Und deshalb gab sie nur Theater — gut gemachte Pantomime — aber keine wahre Kunst! Wir haben uns da in der Kunst auch eine Niederlage geholt, Jordan! Und keine kleine! Das Weib ist eben ein schwer zu behauptendes Schlachtfeld!«
»Das Schlachtfeld verlangt eben eine ganz besondere Strategie!« sagte Jordan lächelnd. »Wer vom Weib Empfindung haben will, muß sie zu erwecken verstehen!«
»Und das meinst du, könnten wir nicht?«
»Das könnten Eure Majestät wohl auch! Eure Majestät haben es aber vorgezogen, zu ihrem Verstand zu sprechen! Da kann sie sich doch nicht herausnehmen, mehr zu geben, als von ihr verlangt wird! Nur das, was man dem Weibe gibt, gibt es wieder heraus!«
»Sie ist aber nicht nur Frau, sondern auch eine große Künstlerin! Die Aufgabe selbst muß zu ihrer Empfindung sprechen — nicht der Auftraggeber!«
»Ein echter Künstler empfängt vom Leben allein seine Aufgaben! Ein königlicher Befehl löst keine Kunst aus, nur dienstliche Verrichtung!«
»Du kannst uns doch nicht zumuten, selbst bei ihr den Pygmalion zu agieren?!«