»Wenn sie eine Frau ist?«
»Ja. Ehe sie aber eine wird und vollbewußt als Frau empfindet — dann vielleicht öffnet sich die Knospe ihrer Seele dem ersten, der es versteht, sie mit der Wärme des Lebens anzuhauchen!«
Friedrich schwieg. Einen Augenblick hielt er die Hand vor die Augen.
»Pygmalion!« flüsterte er leise vor sich hin. »Am Ende habe ich da den Pygmalion gefunden, der imstande wäre, meiner steinernen Galathée Leben einzuhauchen!«
Er blickte rasch auf.
»Wir sind weit entfernt«, sagte er, »die Gesetze des Mummenschanzes aufheben zu wollen, obwohl wir uns in unserem eigenen Hause befinden. Noch ist die Demaskierung nicht geboten! Wenn es Ihnen gefällt, bitten wir Sie jedoch, die Maske abzunehmen!«
Der Fremde gehorchte, und Friedrich blickte in ein unbekanntes Gesicht. Er stand auf.
»Wer sind Sie? Ihr Name?«
»Fossano!«
Friedrich blieb vor ihm stehen und blickte ihn scharf an.