»Unser Gesandter in London hat uns den Namen genannt! Sind Sie jener Chevalier Fossano — jener Spielbankhalter — jener ehemalige Tänzer, der uns seine Dienste angeboten hat, nur um uns an der Nase herumzuführen?! Sie haben noch die Dreistigkeit, uns unter die Augen zu treten?!«

»Ich bitte Eure Majestät, Gnade walten zu lassen! Jener Brief schien mir zu kostbar, um ihn in eine dritte Hand zu geben! Ich bin gekommen, um ihn selbst Eurer Majestät zu Füßen zu legen!«

Er zog ein zusammengefaltenes Billett hervor.

»Geben Sie her!«

Fossano überreichte den Brief. Friedrich öffnete ihn und erkannte die Handschrift des Grafen Brühl.

»Très bien!« sagte er. »Es ist vielleicht besser so! Geben Sie Ihre Wohnung an! Mein Schatzmeister wird Ihnen eine angemessene Belohnung auszahlen!«

»Ich danke alleruntertänigst für die große Gnade! Ich muß es aber ablehnen, Geld anzunehmen für etwas, was ich aus Ergebenheit für Eure Majestät getan habe!«

Friedrich blickte ihn an.

»Eh bien!« sagte er kurz. »Wir lassen uns aber nichts schenken! Wenn Sie nicht Geld wollen — so bitten Sie sich eine andere Gnade aus!«

»So bitte ich alleruntertänigst darum, an der Oper in Berlin tanzen zu dürfen!«