Friedrich lachte kurz auf.

»Wir glauben schon«, sagte er, »daß Sie in unserem Corps de ballet Ihren Mann stellen würden! Wenn Sie aber auch die Gabe haben, die Tänzerinnen derartig in Aufregung zu versetzen, wie wir es heute gesehen haben, so sind wir nicht sicher, daß die Damen nicht plötzlich fahnenflüchtig werden! Und das wollen wir vermeiden! Nach Ihrer eigenen Erklärung des soeben Geschehenen müssen wir annehmen, daß Sie im Leben der Dame Barberina entweder die Rolle des >Auserwählten<, wie Sie sagen — oder die des >Ersten< gespielt haben. Und auch, daß Ihre Rolle in diesem Sinne beendigt ist! Denn sonst — wenn es ihr angenehm wäre, wären Sie wohl längst hier?«

»Eure Majestät haben nicht so unrecht!«

»Wollen Sie uns also über jene Beziehungen näher aufklären?«

»Gern!«

Und Fossano erzählte, wie er sie gefunden und unterrichtet, wie er sie in die Welt eingeführt hatte — er erzählte von Psyche, Hebe, Venus und all den anderen Etappen ihrer Karriere. Und Friedrich, in die Ecke seines Sofas zurückgelehnt, lauschte gespannt, und lachte nur dann und wann kurz vor sich hin.

»Eh bien!« sagte er dann, als Fossano geendet hatte. »Sie sind das, was wir suchen! Wir wollen Sie engagieren — aber für die Oper in Dresden!«

Fossano blickte ihn erstaunt an.

»Gehen Sie nach Dresden, melden Sie sich beim schwedischen Gesandten am dortigen Hofe, Wulffenstjerna! Wir wollen ihn benachrichtigen. Er wird das Weitere veranlassen! Suchen Sie das Vertrauen Brühls zu gewinnen, schimpfen Sie auf uns! Wir pardonieren Sie im voraus — nehmen Sie nur kein Blatt vor den Mund! Wenn Sie sich als der verschmähte Geliebte Barberinas ausgeben, wird er Ihnen Glauben schenken! Spielen Sie Ihre Rolle gut. Bedienen Sie uns mit Fleiß. Wir wollen alles wissen. Halten Sie sich dann bereit, hier an unserer Oper zu tanzen, wenn wir Sie rufen lassen! Aber kein Wort davon im voraus! Ihr Auftreten hier behalten wir uns vor — als Surprise!«