Dort wurde Halt geboten, zur Parade angetreten und dann die Trophäen am König vorbei, und von ihm, dem Hofe und der Suite gefolgt, in den Ehrenhof eingebracht.
Vor den Fahnen nahmen die Generale und Obersten Aufstellung, allen voran der alte Fürst von Anhalt-Dessau und der bravouröse Reiterführer und Günstling des Königs, Winterfeldt.
In kurzen, kernigen Worten dankte ihnen Friedrich, wies auf die Bedeutung des Tages hin, an dem die Trophäen erbeutet wurden, und auf den glorreichen Frieden, der mutmaßlich bald daraus resultieren würde! Und bestimmte, in welchen Kirchen die Siegeszeichen aufgehängt werden sollten.
Dann empfing er die Gratulationen der fremden Gesandten, auch Englands, das sich jetzt als Friedensvermittler hervortat, nachdem es sich nach Kräften bemüht hatte, vorher den Brand zu schüren, um auch so im trüben fischen zu können.
Den Gesandten Schwedens, Rudenskjöld, dem er besonders zugetan war, zog er dann in ein Gespräch, das sich zum Erstaunen der Anwesenden sehr in die Länge zog und, ohne Rücksicht auf Zeit und Ort und den wartenden Hof, immer eifriger und aufgeregter wurde.
Schließlich faßte ihn der König am Knopf seiner Weste und sagte so laut, daß alle es hören konnten:
»Die Kugel, die mich treffen soll, ist noch nicht gegossen! Er hat sich düpieren lassen! Und Sein Freund Wulffenstjerna auch!«
Er ließ ihn los, machte ein paar Schritte gegen das Gefolge, kehrte dann um und sagte noch halblaut zu Rudensköld:
»Ich will Ihm etwas sagen — aber es bleibt unter uns: der Kerl, vor dem Er mich warnt, tanzt heute im Ballett mit! Will Er in meinem Gefolge sein, so kann Er sich die Pirouetten meines Quasimörders aus nächster Nähe mit ansehen! Für die politischen Nachrichten, die Er mir gab, danke ich Ihm — wenn auch sie nicht sehr erfreulicher Natur waren!«
Darauf wandte er sich zu den Generalen.