Der alte Fürst räusperte sich, sagte aber nichts.
»Der schwedische Botschafter überbrachte uns heute Nachrichten — —«
Da hakte der Alte Dessauer ein.
»Nachrichten, Majestät, sind für gewöhnlich wie Spatzen! Sie flattern hin, und sie flattern her und machen ein groß Geschrei! Gelingt es aber, eine zu packen, so ist meistens nicht viel daran! Mir schien die Jagd nach solchem Wild immer wenig lohnend!«
Der König richtete sich auf und blickte den Redner scharf an.
»Wenn wir aber trotzdem Euer Liebden dahin informieren, daß Sachsen und Österreich im Begriff sind, uns meuchlings zu überfallen und ihre Armeen über Nacht auf Berlin marschieren lassen werden — —«
»So war das nicht ein Spatz, sondern eine fette Ente! Meines Wissens sind wir doch in Friedensverhandlungen mit den genannten Staaten und haben durch den Vertrag von Hannover seitens England die Zusicherung bekommen, es wollte seinen ganzen Einfluß auf die Verbündeten geltend machen, um einen baldigen Friedensschluß herbeizuführen!«
»Englands Einfluß ist gleich Null, seitdem der Prätendent, Karl Eduard, in Schottland einfiel und den König zwang, seine hannoverschen Truppen in England zu verwenden! Das wissen Euer Liebden ebensogut wie wir! Wir haben heute ganz bestimmte Kunde erhalten von dem Plan Brühls, die Armee des Prinzen von Lothringen durch Sachsen gehen zu lassen, um, mit der sächsischen Armee vereint, auf Berlin zu marschieren! Man ist so sicher, uns zu zerschmettern, daß man schon die Beute geteilt hat. Sachsen soll Magdeburg, Halberstadt und Halle mit Umgegend erhalten — Österreich Schlesien —«
»Ich wette meinen Fürstenhut gegen die Sturmhaube eines Kürassiers, daß das ein Ammenmärchen ist!«
Friedrich sah ihn scharf an.