Nichts half. Voltaire blieb, bis das große Ereignis, an dem er, nebenbei gesagt, keinerlei persönliche Schuld hatte, eingetreten war. Und als die Dame seines Herzens jäh daran starb, kam er wieder nicht, sondern richtete sich in Paris häuslich ein, nach der Gnade der Pompadour schielend und von ihrer Protektion mehr erhoffend als von der des Königs von Preußen.

Da griff Friedrich zu seiner alten, bewährten Methode, die er seinerzeit beim Alten Dessauer so erfolgreich erprobt hatte, und packte Voltaire bei der Eitelkeit!

Er sandte nicht ihm, sondern einem jungen, ihm von Voltaire als Sekretär empfohlenen Dichter eine Einladung nach Berlin, nebst einem Gedicht, worin er Voltaire als die untergehende — ihn aber als eine aufgehende Sonne bezeichnete. Das half!

Voltaire, grün vor Eifersucht und Wut, machte endlich Ernst. Heute war ein Brief von ihm eingegangen, worin er seine Bereitwilligkeit aussprach, sofort nach Potsdam zu kommen, wenn der König ihm noch viertausend Taler, die er unumgänglich zur Reise benötige, schicken wollte.

Friedrich hatte nichts anderes von ihm erwartet, konnte aber nicht umhin, ihn zu verspotten.

Er nahm den Gänsekiel und schrieb — wie sich's für einen Jünger Apolls gebührte — die Antwort in Versen:

»Für eine wunderschöne Jungfrau,
Die seine wilden Sinne reizte,
Verstand es Jupiter, mit Würde
Aus reicher Hand zu schenken!
Da regnet's Gold, das magisch wirkt


Auf dich soll auch ein goldner Regen strömen,
Wie einst auf Danae — — — —

Aber, da der Herr Mettra einen Wechsel in Versen zurückweisen könnte, so lasse ich einen förmlichen durch seinen Korrespondenten abgehen; derselbe wird mehr ausrichten als mein Geschwätz. Sie gleichen dem Horaz; Sie vereinen gern das Nützliche mit dem Angenehmen. Ich bin der Meinung, daß man das Vergnügen nicht hoch genug bezahlen kann, und ich glaube einen sehr vorteilhaften Handel zu schließen. Ich bezahle eine Mark Geist nach Verhältnis wie der Wechsel steigt.« Dies und noch mehr schrieb er, faltete den Brief zusammen und versiegelte ihn eigenhändig.