»Hänge Er mir die Mamsell an den Nagel!« befahl er. Und so schloß auch der Liebesroman Friedrichs des Großen — der letzte seines Lebens!
Er hatte andere und höhere Ziele als sein persönliches Glück. — Wie er aber in harter Arbeit mit eiserner Energie das ihm anvertraute Amt erfüllte und den Staat aufbaute, als dessen erster Diener er sich stets fühlte — wie er diesen Staat vergrößerte und dessen Großmachtstellung gegen den Ansturm einer ganzen Welt von Feinden verteidigte und ruhmvoll behauptete — seine Großtat, auf der die heutige Größe Deutschlands beruht, das gehört der Geschichte als heiligstes Vermächtnis an und hat im Roman keinen Platz!
Fünftes Buch
Virtuti Asylum
23
Die Ehe Barberinas war nicht glücklich, dauerte aber um so länger — trotz der häufigen Unregelmäßigkeiten, die sich der Herr Gemahl in puncto Treue gestattete. Man nahm es ja nicht so genau mit derartigen Dingen. Und die Hauptsache — die gesellschaftliche Position — hatte sie ja erreicht, wenn auch nur in der Provinz. Sie war da als Gattin des Regierungspräsidenten immerhin die erste Dame. Sie war an sich reich und insofern von ihrem Mann unabhängig; sie durfte sich auch den Luxus leisten, ein Schloß zu kaufen, wohin sie sich zur Erholung von den Strapazen der ehelichen Langeweile zurückziehen konnte.