»Und denkst du, der König könnte dazu seine Einwilligung geben?«

»Wenn das Gesuch in Beziehung zu Dero Vermögen gebracht und in ziemlicher Weise als gute Tat dargestellt wird, wird er es wohl tun!«

»Er kennt mich aber kaum noch!«

»Als Thronfolger hatte er reichlich Gelegenheit, Madame bewundern zu lernen. Bei Dero großen Verdiensten um die Majestät des verstorbenen Königs haben Madame auch wohl begründete Ansprüche, vom jetzigen König estimieret zu werden — wenn sich Madame, wie ich vorzuschlagen die Ehre hatte, bei ihm in Erinnerung zu bringen verstehen!«

»Wie meinst du es?«

»Der König ist galant. Er gefällt sich in der Rolle eines Beschützers des schönen Geschlechts! Er wird infolgedessen auch als verschwenderisch angesehen! Geben ihm Madame die Gelegenheit, seine schützende Hand über Dero Haupt zu halten, aber so, daß er auch dem Ruf, er sei ein Verschwender, wirksam entgegentreten kann, indem er die Gelegenheit wahrnimmt, dem Staate das große Vermögen, über das Madame disponieret, zu erhalten, oder wenigstens zu verhindern, daß es außer Landes geht! Stellen wir es für irgendeinen vom König zu bestimmenden wohltätigen Zweck zur Verfügung!«

»Mit dem ausdrücklichen Vorbehalt, daß es nicht, wie du anzudeuten die Dreistigkeit hattest, zur Errichtung eines Tugendasyls verwendet werde!« sagte Barberina energisch.

»Ich verstehe und würdige Madames Aversion, den ausgetretenen Weg alternder galanter Damen zu gehen«, sagte Fossano. »Wenn aber Madame jenen Wunsch zur Bedingung machen, müßten Madame es sich versagen, andere Bedingungen zu stellen, um nicht zu riskieren, als unbescheiden eine Zurückweisung zu erhalten!«

»An was für eine >andere< Bedingung denkst du?«

»An die hauptsächliche — an die Verbesserung von Dero gesellschaftlicher Stellung, damit Madame Dero früherem Bekanntenkreis gegenüber wieder den nötigen Rückhalt gewinnen!«